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Pressemitteilung

Akademie Deutscher Musikautoren und Philosoph David Precht fordern mehr Achtsamkeit im Umgang mit geistigem Eigentum

„Mehr Respekt vor geistigem Eigentum und der Arbeit von Komponisten und Textdichtern“ – so lautet die zentrale Forderung der Akademie Deutscher Musikautoren, die am 9. Mai in Berlin zusammenkam. In ihrer jährlichen Sitzung wählte die Akademie aus Komponisten und Textdichtern außerdem die Fachjury des Deutschen Musikautorenpreises 2015. Eröffnet wurde die Sitzung durch einen Gastvortrag von Philosoph, Publizist und Buchautor Prof. Dr. Richard David Precht. Das Thema: „Die Wertschätzung künstlerischen Schaffens.“

Bei seinem Vortrag im Meistersaal in Berlin betonte Prof. Dr. Richard David Precht die enorme Bedeutung des Urheberrechts für das künstlerische Schaffen in der Gesellschaft. Den Wert der künstlerischen Arbeit sieht er heute aus zwei Richtungen bedroht. Einmal durch Raubkopieren und illegale Vervielfältigung in der digitalen Welt und zum anderen durch eine starke Desensibilisierung innerhalb der Welt der Distributoren, also der Verlage, Labels usw., die fast ausschließlich daran interessiert sind, Umsatz zu machen. Bezeichnend dafür ist der Begriff des "Contents", der jegliche Qualität und allen Wert künstlerischer Arbeit nivelliert. Um der Qualität künstlerischen Schaffens wieder Raum in der Kultur zu verschaffen, bedarf es nach Richard David Precht eines Umdenkens auf allen Ebenen. Insbesondere dem Bildungssystem fällt die Aufgabe zu, dem schnöden Effizienz- und Gewinnmaximierungsdenken eine Kultur und ein Training der "Achtsamkeit" gegenüberzustellen, ohne die die Kultur ökonomisch planiert und entleert wird.

Der Vorsitzende der Akademie, Prof. Dr. Enjott Schneider, bezeichnete die Achtsamkeit im Umgang mit geistigem Eigentum als gesamtgesellschaftliche Aufgabe: „Dies sollte sich in einer gesteigerten Wertschätzung seitens Politik, Presse und Öffentlichkeit ausdrücken. Damit ist nicht ausschließlich eine angemessene Vergütung gemeint, sondern generell mehr Achtsamkeit gegenüber schöpferischer Arbeit. Der momentan vorherrschende quantitative Blick auf Quoten, Verkaufszahlen und finanziellen Gegenwert muss wieder hinsichtlich qualitativen Denkens auf Kunst und Kunstförderung geschärft werden.“

Wahl der Jury des Deutschen Musikautorenpreises 2015
Im Anschluss daran wählte die Akademie die Jury des Deutschen Musikautorenpreises 2015. Der Musikautorenpreis ist Teil des Kulturauftrags der GEMA und wird seit 2009 jährlich verliehen. Die unabhängige Fachjury, bestehend aus in der GEMA angeschlossenen Komponisten und Textdichtern, wählt die Nominierten und Preisträger der jährlich wechselnden Preiskategorien.  Die Jury wird jährlich neu von der Akademie Deutscher Musikautoren berufen. Das Motto des Deutschen Musikautorenpreises „Autoren ehren Autoren“ wird somit lebendig.

Die Akademie Deutscher Musikautoren ist eine Versammlung von Urhebern von Werken der Musik wie Komponisten und Textdichter, die für ihr schöpferisch kreatives Schaffen eine außergewöhnliche Würdigung erfahren haben. Durch die Nominierung und Auszeichnung mit dem Deutschen Musikautorenpreis. Seit 2009 verleiht die GEMA den Deutschen Musikautorenpreis; die Nominierten und Preisträger werden als Mitglied in die Akademie aufgenommen. Das Motto „Autoren ehren Autoren“ betont die Solidarität und den kollegialen Respekt in der großen, lebendigen Gemeinschaft der Musikschaffenden Deutschlands. Aktuell hat die Akademie der Deutschen Musikautoren rund 200 Mitglieder.

Weitere Informationen zur Akademie Deutscher Musikautoren finden Sie unter www.adma.de.

Impressionen zur Verleihung und den Preisträgern des Deutschen Musikautorenpreises 2014 finden Sie unter www.musikautorenpreis.de.

Pressekontakt

Christiane Hoschek
Akademie Deutscher Musikautoren

E-Mail: choschek@gema.de
Telefon: +49 89 48003-421