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Das ist die Jury für den Deutschen Musikautorenpreis 2018

Sie haben selbst herausragende Musik komponiert und berührende Zeilen getextet. Nun bestimmen sie als Fachjury, wer mit dem Deutschen Musikautorenpreis im März 2018 geehrt wird – eine anspruchsvolle Aufgabe.
Sieben Musikschaffende urteilen als Fachjury darüber, welche Musikautoren zum zehnjährigen Jubiläum des DMAP im März 2018 in Berlin mit einer Trophäe geehrt werden. Für die Entscheidung ziehen sich die Juroren zwei Tage lang zurück, hören Musik, studieren Texte sowie Partituren und diskutieren. Wer als Musikautor in der Jury urteilen darf, bestimmt die Akademie Deutscher Musikautoren, in der bisherige Preisträger und Nominierte des Deutschen Musikautorenpreises organisiert sind. Aus allen Vorschlägen der Akademiemitglieder werden in einem Online-Voting die Kandidatinnen und Kandidaten bestimmt. Aus deren Zu- und Absagen setzt sich dann die Jury zusammen.

v.l.n.r.: Ralf Wengenmayr, Wolfgang Motz , Helmut Oehring, Sera Finale, Axel Bosse, Robert Koch, René Berthiaume;  
Fotocredit: Sebastian Linder
v.l.n.r.: Ralf Wengenmayr, Wolfgang Motz , Helmut Oehring, Sera Finale, Axel Bosse, Robert Koch, René Berthiaume; Fotocredit: Sebastian Linder

Für die Kategorie Komposition Experiment Stimme ist Helmut Oehring dabei, der einer von zwei Sprechern der Jury ist. Der Komponist, Gitarrist, Regisseur und Autor war Meisterschüler von Georg Katzer an der Akademie der Künste in Berlin. „Die Sitzungen der Jury sind sehr intensiv, wir widmen uns der Arbeit mit großer Ernsthaftigkeit und Hingabe. Denn in jedem der Werke von Kolleginnen und Kollegen steckt große Wucht. Diese erschüttern emotional und beanspruchen intellektuell“, sagt Oehring. Auch Simon Müller-Lerch, als Sera Finale selbst im Hip-Hop aktiv, ist in diesem Jahr Sprecher der Jury. Er schreibt unter anderem Songtexte für Udo Lindenberg, Adel Tawil sowie Deichkind und ist Experte für die Kategorie Text Hip-Hop. „Bei der Beurteilung steht der Text im Vordergrund, die lyrische Schaffenskraft“, so Sera Finale.

Aus der Kategorie Komposition Rock/Metal ist René Berthiaume als Juror dabei, Mitbegründer und Songwriter der international erfolgreichen Band Equilibrium. „Ich bin sehr stolz, gerade zum Jubiläum ein Teil der Jury sein zu dürfen“, sagt er. Experte für die Kategorie Text Pop wiederum ist Axel Bosse. Als Sänger und Songschreiber landete er mit dem Album „Engtanz“ 2016 einen Nummer-Eins-Hit. „Ich mag das immer gerne, wenn Leute, die meistens hinter den Kulissen für andere schreiben, auf der Bühne stehen und sich Applaus abholen“, sagt er. Für die Kategorie Komposition Dance/Electro sitzt Robert Koch im Gremium. Aktuell untermalt seine Musik US-Serien wie „How to Get Away with Murder“ oder „The Blacklist“, außerdem produziert er Marteria, Max Mutzke und Casper. „Der Preis ist wichtig, weil die sonst nicht unbedingt im Rampenlicht stehenden Autoren geehrt werden“, sagt Koch.

Ralf Wengenmayr hat unter anderem die Musik zu „Der Schuh des Manitu“ oder „Wickie und die starken Männer“ geschrieben. Er vervollständigt die Jury in der Kategorie Komposition Audiovisuelle Medien. „Ich bewerte die Musik anhand der künstlerischen Qualität und des bisherigen kreativen Schaffens des Künstlers.“ Prof. Wolfgang Motz wiederum ist als Experte für die Kategorie Solo Konzert dabei. Motz dirigiert Ensembles und Orchesterwerke bei internationalen Festivals und hat in elektronischen Studios in ganz Europa gearbeitet. „Es gibt Musik für den Bauch, den Kopf und das Herz – so viele Facetten von Musik, die auch und vor allem durch den Deutschen Musikautorenpreis widergespiegelt und nun schon zum zehnten Mal gewürdigt werden“, sagt der Pionier der Computermusik.

Ergänzung vom 09.02.2018:
Wir bedauern es sehr, dass die siebenköpfige Jury des Deutschen Musikautorenpreises und insbesondere der Jury-Sprecher Sera Finale auf Facebook persönlich angegriffen und diffamiert wurden. Die Jury hat ihren Auftrag in unseren Augen nach bestem Wissen und Gewissen erfüllt und alle Nominierungsvorschläge losgelöst von jeglichen Vorurteilen oder Begünstigung gegenüber Mann oder Frau in ihre Entscheidungen mit einfließen lassen. Alle Juroren sind davon überzeugt, dass in der Musikwelt Frauen und Männern gleichberechtigt partizipieren sollten.

Die Besetzung der Jury folgt einem demokratischen Prozess. Nicht die GEMA, sondern die Akademie Deutscher Musikautoren wählt jährlich die Mitglieder der Jury, die als Fachexpertinnen und -experten jeweils eine Preiskategorie repräsentieren. Für die Jury des Deutschen Musikautorenpreiseses 2018  hat die Akademie, wie in den Jahren zuvor auch, Frauen vorgeschlagen. Leider haben alle von uns angefragten Autorinnen für das Jurorenamt abgesagt –  aus Zeitgründen oder aufgrund anderer Verpflichtungen. Daher gibt es in diesem Jahr eine rein männliche Besetzung. Dass dies eine Ausnahme ist, zeigt die Besetzung der Jury der vergangenen Jahre. In der Jury 2017 und 2016 waren jeweils 3 Jurorinnen und 4 Juroren vertreten.

Auch die Auswahl der nominierten Autorinnen und Autoren folgt einem demokratischen Prozess. Die GEMA ruft jährlich ihre Mitglieder (Komponisten, Textdichter, Verleger) sowie die Berufsverbände  (DKV, DTV, DMV, CC) dazu auf, Nominierungsvorschläge für die jeweiligen Preiskategorien einzureichen. Aus diesen Vorschlägen wählt die Jury die Nominierten und Preisträger für den Musikautorenpreis.
Die GEMA selbst schlägt keine Nominierten vor und bestimmt diese auch nicht. Der Deutsche Musikautorenpreis wurde seit 2009 an 22 Musikautorinnen und 65 Musikautoren  sowie an drei weiblich und männlich besetzte Bands verliehen.

Die aktuelle Debatte zum Gender Gap nehmen wir sehr ernst. Die auf Facebook geführte Diskussion werden wir in die GEMA hineingetragen. Gemeinsam mit unseren Mitgliedern werden wir darüber sprechen, wie wir geeignete Rahmenbedingungen schaffen können, damit wir die Rolle der Frauen in der Musikbranche langfristig stärken können.

Unter folgendem Link haben wir weitere Informationen zur Wahl der Jury und der Nominierten zusammengestellt: http://bit.ly/2EffRrx