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Drei Fragen zum Geschäftsbericht der GEMA 2017

Die GEMA verzeichnet im Geschäftsjahr 2017 erneut einen Einnahmenzuwachs: Mit mehr als 1,07 Milliarden Euro erzielte die Urhebergesellschaft im Geschäftsjahr 2017 ein Ertragsplus von rund 5 % gegenüber dem Vorjahr. Damit setzt die GEMA die wirtschaftlich positive Entwicklung für die von ihr vertretenen rund 72.000 Mitglieder sowie über zwei Millionen Rechteinhaber aus aller Welt weiter fort. In drei Fragen beleuchten wir das erfolgreiche Geschäftsergebnis.

1. Wodurch ist es der GEMA gelungen, das gute Geschäftsergebnis aus dem Jahr 2016 noch einmal zu toppen?
Zum außerordentlich guten Ergebnis des Geschäftsjahres 2017 von über 1,07 Milliarden Euro haben alle Inkassobereiche der GEMA beigetragen. Sowohl im Außendienst als auch für die Nutzung von Musik in Fernsehen und Hörfunk konnten die Erträge gesteigert werden. Dies gilt ebenso im Online-Bereich, wo die GEMA erwartungsgemäß vor allem durch die Musiknutzung via Streaming Zuwächse verzeichnen konnte. Im Geschäftsbericht ist in diesem Bereich ein Ertragsrückgang ausgewiesen. Dies liegt daran, dass in dem 2016 abgeschlossenen Lizenzvertrag mit YouTube eine Nachzahlung vereinbart worden war. Wenn dieser Sondereffekt herausgerechnet wird, zeigen die aktuellen Ertragszahlen die anhaltende positive Marktentwicklung im Bereich Online. Positiv auf das Ergebnis des vergangenen Geschäftsjahres hat sich zudem eine Sonderausschüttung der Zentralstelle für private Vervielfältigungsrechte (ZPÜ), ein Zusammenschluss der GEMA und acht weiterer Verwertungsgesellschaften ausgewirkt. Diese Sonderausschüttung geht auf die Einigung der ZPÜ mit den Verbänden der Geräteindustrie für die Produkte Smartphone, Tablet und PC aus dem Jahr 2016 zurück. Der Rückgang im Bereich Tonträger konnte dadurch ausgeglichen und das Gesamtergebnis im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht gesteigert werden.
 

2. Die Streamingangebote verzeichnen große Zuwächse, allein Spotify wird Ende des Jahres über 200 Millionen Nutzer haben. Wird der Online-Bereich die Einbrüche beim klassischen Tonträgergeschäft kompensieren können?
Die Einnahmen durch den Verkauf physischer Tonträger wie CDs oder Vinyl sind seit vielen Jahren rückläufig. Im Geschäftsjahr 2017 haben die Erlöse aus dem klassischen Tonträger-Bereich erstmals die 100 Millionen Euro-Marke unterschritten. Wenngleich im Geschäftsjahr 2016 die Erträge im internationalen Vergleich noch als recht stabil bewertet werden konnten, insbesondere weil der deutsche Markt ein anhaltend großes Interesse an physischen Tonträgern zeigte, so wird sich der Abwärtstrend weiter fortsetzen. Denn immer mehr Menschen wollen lediglich einen Zugang zur Musik, noch dazu rund um die Uhr. Musik in Form einer CD oder Schallplatte zu besitzen, ist heutzutage für viele Nutzer nicht mehr relevant. Die positiven Ertragsentwicklungen im Bereich Online dürfen jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass zwischen den Gewinnen der digitalen Plattformbetreiber und den Einnahmen der Kreativschaffenden ein großes Ungleichgewicht herrscht. Für die Politik besteht Handlungsbedarf: Nach Jahren der Diskussion muss ein Urheberrecht, das der digitalen Transformation unserer Branche gerecht wird und die rechtlichen Grundlagen der analogen Welt sinnvoll auf den Online-Bereich überträgt, nun Teil unserer Gesetzgebung werden. Nur so kann es gelingen das sogenannten „Value Gap“ zu schließen und die Vielfalt unserer Musik zu erhalten.
 

3. Wie sieht die Prognose für das Geschäftsjahr 2018 aus? Können die Mitglieder der GEMA weiterhin mit so guten Ergebnissen rechnen?
Auch wenn die GEMA für 2018 keine Sondereffekte wie im vergangenen Geschäftsjahr erwarten kann, so wird auch für das laufende Geschäftsjahr wieder ein sehr gutes Gesamtergebnis von knapp einer Milliarde Euro angestrebt. Zu dieser Prognose führen die zu erwartende positive Markentwicklung und damit ein erneutes Ertragswachstum in den Bereichen Online, Sendung sowie im Bereich der Konzerte und Veranstaltungen. Um als Verwertungsgesellschaft zukunfts- und wettbewerbsfähig zu bleiben und den Herausforderungen der Digitalisierung und Globalisierung zu begegnen, werden auch 2018 Investitionen in strategische Projekte und Maßnahmen notwendig sein. Wesentliches Ziel der laufenden Projekte ist dabei die Modernisierung der IT-Landschaft der GEMA. Darüber hinaus beteiligt sich die GEMA an internationalen Kooperationen wie bspw. ICE, ein Joint Venture zwischen PRS, STIM und GEMA. Mit einer guten Entwicklung sowohl auf der Ertragsseite als auch bei den Kosten, erwarten wir für das laufende Jahr ein erfreuliches Ergebnis im Sinne der Mitglieder.

GEMA Geschäftsbericht (5 MB, pdf)