Aktuelles

Newsletter

Fußball und Musik gehören zusammen wie der Gitarrist und seine Gitarre

Fußballhymnen stehen für den Lieblingsverein, für Leidenschaft, für Gemeinsamkeit und eine tolle Zeit. Zum Auftakt der WM haben wir mit Adel Tawil gesprochen. Er hat nämlich auch gerade einen Fußballsong aufgenommen: Warum „Flutlicht“ aber gerade keine typische Stadionhymne ist, erklärt er im Interview.

Herr Tawil, am 14. Juni startet die Weltmeisterschaft. Sind Sie schon im WM-Fieber?

Ja, tatsächlich. Seit dem DFB-Pokalfinale. Davor war ich anderthalb Jahre nicht im Stadion gewesen. Aber bei diesem Spiel Frankfurt gegen Bayern,  da hat es mich wieder gepackt. Seitdem kann ich die WM kaum erwarten.

Vervollständigen Sie bitte den Satz: Fußball und Musik …

… gehören zusammen wie der Gitarrist und seine Gitarre. Der kann ohne seine Gitarre auch nicht leben. Und was wäre der Fußball ohne Fangesang? Unvorstellbar. 

Aus Ihrer Sicht: Sorgen sowohl Musik als auch Fußball für gesellschaftlichen Zusammenhalt?

Absolut. Weil es bei beiden Dingen ums berühmte Abschalten geht. Die Menschen können nach der Arbeit auf dem Weg nach Hause bei Musik – und auch beim Fußballgucken am Wochenende – sehr gut abschalten.

Gerade haben Sie den Song „Flutlicht“ aufgenommen – einen potenziellen WM-Hit.

Bei dieser Nummer ging es mir eher darum, eben keinen typischen WM-Hit zu machen. Der Song sollte ein bisschen wie eine positive Kampfansage sein. Ich wollte ein Lied machen über das Gefühl im Stadion. Dagegen kann sich keiner wehren. Wenn das Flutlicht um einen herum angeht ist man im Fußballfieber. Ein Lied auch für die jungen Fans, die davon träumen, vielleicht auch mal auf dem Rasen zu stehen. So wie ich davon geträumt habe, einmal auf der Bühne zu stehen. Das wollte ich einfangen.

„Das Flutlicht um uns brennt", heißt es bei Ihnen in dem Song. Wie sehr brennen Sie für die WM – gucken Sie jedes Spiel?

Ich versuche wirklich, jedes Spiel zu gucken – auch die sogenannten „unwichtigen“. Aber die mit deutscher Beteiligung schaue ich auf jeden Fall. Ich geb’ da auch keine Konzerte. 

Wir haben Sie kürzlich auf der GEMA Mitgliederversammlung gesehen. Wie wichtig ist es Ihnen, mit Ihrer Stimme die Zukunft der GEMA aktiv mit zu gestalten?

Ich war zum ersten Mal da, bin aber bestimmt schon seit 20 Jahren Mitglied. Der kürzlich leider verstorbene Verleger Rolf Budde hat mir damals gesagt, wie wichtig es ist, in die GEMA einzutreten. Dass ich jetzt zur MGV gegangen bin, dafür ist Ali Zuckowski verantwortlich, der ja im Aufsichtsrat der GEMA ist und der sich sehr dafür einsetzt, dass auch Leute aus der U-Musik zur MGV kommen.  Ich muss schon sagen: Bei aller Kritik an der GEMA bin ich heilfroh, dass es sie gibt. Ich bin ja Berliner und hier geboren, habe aber ägyptisch tunesische Wurzeln, und ich sag den Leuten, die sich beschweren immer: Fahrt doch einfach mal nach Ägypten oder in andere Länder, wo es nicht so eine Institution gibt wie die GEMA, die sich für die Rechte der Urheber einsetzt und die wirklich hinterher ist, dass alles fair abläuft und versucht, einen Vergleich zwischen allen Parteien zu finden. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Da ist in mir auch ein Verantwortungsgefühl gewachsen. In Zukunft werde ich mich in diesem Punkt noch deutlich mehr engagieren.   

Welche Bedeutung hat die GEMA für Sie im digitalen Zeitalter?

Ich war froh, dass die GEMA nicht kleinbeigegeben hat im Streit mit YouTube. Dass man da eine Einigung gefunden hat. Das war auch mal schön, das aus dem Mund der Vorstände auf der Mitgliederversammlung zu hören. Dass jedes Jahr wieder neu verhandelt wird. Es kommt ja ein neues Zeitalter auf uns zu. Die Zukunft ist das Streaming. Die Menschen werden zu jeder Zeit an jedem Ort deine Musik spielen können, und das sollen sie auch. Das ist ja auch mein Ziel als Musiker, so viele Menschen wie möglich zu erreichen. Da ist das Streaming ein super Tool. Die GEMA wird eine ganz wichtige Rolle spielen, dass das fair abläuft. 

Das Interview führte Lars Christiansen

Übrigens: Die GEMA verlost eine WM-Party zum Finale mit Liveband, Freibier und Snacks.
Hier geht’s zum Gewinnspiel