Die Umstellung der Anteilsbilder wurde auf den 01.06.2022 verschoben. Mehr dazu

Neuordnung der Anteilsregeln

Arbeitsgruppe zur operativen Umsetzung nimmt ihre Arbeit auf

Die Mitgliederversammlung 2020 hat mit Annahme des Antrags zu TOP 19 eine grundlegende Neuordnung der Anteilsregeln beschlossen. Um den Prozess der operativen Umstellung der Neuregeln zu begleiten, wurde eine technische Arbeitsgruppe aus Vertretern der Verlage und der GEMA ins Leben gerufen. Aufgabe dieser Arbeitsgruppe ist insbesondere die Unterstützung des Datenabgleichs zwischen der GEMA-Dokumentation und den IT-Systemen der Verlegerschaft sowie die Abstimmung einer reibungslosen Umsetzung der Neuerungen in den digitalen Werkanmeldeprozess.

Zu diesem Zweck befasst sich die Arbeitsgruppe vor allem mit den beiden zentralen Elementen der Neuregelung, die aufgrund unterschiedlicher Komplexität in der technischen Umsetzung getrennt voneinander betrachtet werden sollen:
 

  1. Erweiterung und Vereinfachung der freien Vereinbarkeit im AR
    Die Neuregelung ermöglicht es, die freie Vereinbarkeit der Urheberanteile im AR für alle neu angemeldeten Werke als Standard in den Werkanmeldeprozess zu integrieren. Es ist vorgesehen, diese neue Servicedienstleistung für unsere Mitglieder operativ zum 01.07.2021 einzuführen, und zwar über die Werkanmeldungskanäle IWA, IWA-Webservice und (teilweise) CWR.
     
  2. Einführung einer Ableitungslogik
    Das zweite Element der Neuregelung besteht in der Einführung einer Ableitungslogik. Diese ermöglicht es, die aktuelle „Schubladenlogik“ des Verteilungsplans mit ihren ca. 1500 verschiedenen Anteilschlüsseln für die unterschiedlichsten Beteiligtenkonstellationen durch wenige, logisch aufeinander aufbauende Regeln für die Bestimmung der Anteile abzulösen. Die Ableitungslogik wird sowohl für das Bestandsrepertoire als auch für alle neu angemeldete Werke gelten. Derzeit ist vorgesehen, dass sie für die Ausschüttungstermine ab dem 01.06.2022 zur Anwendung kommen soll. Die operative Herausforderung bei dieser Umstellung wird maßgeblich in der Migration des Bestandsrepertoires in die neuen Anteilsbilder liegen.

 

Hintergrund

Die Erweiterung und Vereinfachung der freien Vereinbarkeit im Aufführungsrecht (AR) und die Einführung einer Ableitungslogik sind ein wichtiger Beitrag für die Zukunftsfähigkeit der GEMA im digitalen Zeitalter. Die neuen Anteilsregeln vereinfachen den GEMA-Verteilungsplan erheblich und beseitigen bestehende Inkonsistenzen. Hierdurch bewirken sie einen erheblichen Zugewinn an Nachvollziehbarkeit, Effizienz und Transparenz in der Werkedokumentation und Verteilung. Gleichzeitig gelingt mit den Neuregelungen eine Annäherung an internationale Standards, die es der GEMA ermöglicht, ihre führende Marktpositionierung abzusichern und auszubauen (z.B. durch Kooperationen wie ICE Copyright).

Arbeitsstand

Nach einem Kickoff am 19. Oktober fand eine weitere Sitzung der Arbeitsgruppe am 2. November statt. Um noch ausstehende offene Fragen für die Umsetzung zu klären, wurde ein zweiwöchiger Zyklus für Sitzungen der Arbeitsgruppe bis zum Jahresende festgelegt.

Der Schwerpunkt der Abstimmung lag in der Klärung der administrativen Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung der Neuregelungen, der Sicherstellung der verlegerseitigen Machbarkeit der Go-Live-Termine sowie der technischen Implementierung der freien Vereinbarkeit in den unterschiedlichen Werkanmeldungskanälen, insbesondere CWR.

Über die weitere Tätigkeit der Arbeitsgruppe werden wir regelmäßig über diese Plattform berichten. Ihre Rückfragen zu den Aktivitäten der Arbeitsgruppe können Sie jederzeit an die E-Mailadresse neueanteilsregeln@gema.de adressieren.

 

Termine


Informationen zum Download


Neuordnung der Anteilsregeln allgemein

Erläuterung der Neuordnung: Hintergrund, Inhalte der Regelung, Vorteile des neuen Systems
Webinar-Unterlagen: Information zur Änderung der Anteilsregeln (12.02.2021)
Informationen zur operativen Umsetzung des Beschlusses der Mitgliederversammlung 2020

Werkanmeldungskanal CWR

Technische Spezifikation zur Umsetzung der freien Vereinbarkeit in CWR2.1
CWR Beispiele

Fragen & Antworten zu den neuen Anteilsregeln

Aus operativen Gründen können die neuen Anteilsregeln nicht sofort umgesetzt werden: Zum einen muss die GEMA ihre IT an die neuen Regeln anpassen. Zum anderen soll auch den Verlagen die rechtzeitige operative Umstellung der eigenen Systeme auf die neue Logik sowie ein begleitender Abgleich der Umstellungen im GEMA-System mit den eigenen Daten ermöglicht werden. Vor diesem Hintergrund gilt für die operative Umsetzung folgender Zeitplan:

  • Die neue Werkanmeldung mit freier Vereinbarkeit gem. § 191 Abs. 1 VP neu wird ab dem 1.7.2021 eingeführt.
  • Die Anwendung der neuen Anteilsschlüssel bei der Verteilung erfolgt für die Ausschüttungstermine ab dem 1.4.2022.

Bei der Neuordnung der Anteilsregeln handelt es sich im Kern um eine tech­nische Systemanpassung, die gezielt so konzipiert wurde, dass

  • die finanziellen Auswirkungen für die Berechtigten so gering wie möglich gehalten und
  • grundlegende Verschiebungen zwischen den Berufsgruppen ver­mieden werden.


Die in den AR-Sparten vorgesehene Quote von 64:36 für die Basisaufteilung auf Musik und Text ist das Resultat einer umfassenden Hochrechnung, die nach diesen Grundsätzen erfolgte. Aufgrund der Neuordnung der Anteilsregeln sind somit keine relevanten Verschiebungen zwischen den Berufs­grup­pen zu erwarten.

Nach den Ergebnissen der Hochrechnung ist auch bei individuellen Berechtig­ten nur in sehr seltenen Ausnahmefällen mit relevanten Einbußen durch die Neuregelung zu rechnen. Die Neuregelung sieht daher eine sehr weitreichende Härtefallregelung vor: Jeder Berechtigte (Urheber oder Verleger), der durch die Neuregelung mehr als 2.000 EUR und mehr als 3% seines Aufkommens verliert, erhält diesen Verlust über drei Jahre (GJ 2021-23) zu 100% ersetzt. Diese Regelung bietet eine erheblich weitere Absicherung als frühere Härtefallrege­lungen (z.B. bei der Reform der Rundfunkverteilung).

Um die potentiellen Auswirkungen der neuen Anteilsregeln zu beurteilen und eine ergebnisneutrale Quote für die Basisaufteilung zu ermitteln, wurde eine umfassende Hochrechnung auf Basis des Geschäftsjahres 2018 durchgeführt, bei der die Auswirkungen der Neuregelung für nahezu das gesamte GEMA-Repertoireausgewertet wurden. Hierbei wurden alle Verteilsparten und alle relevanten Anteilskonstellationenberücksichtigt, so z.B.

  • untextierte Werke
  • textierte Werke
  • verlegte, unverlegte, teilverlegte und splitverlegte Werke
  • Konstellationen mit freien Urhebern
  • Beteiligung von Bearbeitern und Spezialtextdichtern von freien und geschützten Werken
  • subverlegtes GEMA-Repertoire
  • Suburheber

Grundsätzlich ja. Der Wechsel von der bisherigen „Schubladenlogik“ zur „Ableitungslogik“ ist mit einer grundlegenden Umstellung der IT-Systeme ver­bunden, die nur einheitlich erfolgen kann. Die GEMA kann nicht für einen Teil der Werke die „Schubladenlogik“ beibehalten und für einen anderen Teil die Ableitungslogik einführen.

Die Vereinheitlichung der Anteilsschlüssel im Rahmen der Basisaufteilung gilt daher für alle GEMA-Originalwerke, auf die bislang die bisherigen im Vertei­lungsplan geregelten Quoten angewandt wurden.

Für Werke, bei denen die Anteile schon in der Vergangenheit frei vereinbart wurden, gelten diese vereinbarten Anteile weiter fort. Für Werke, die seit dem 1.1.1996 angemeldet worden sind, besteht auch weiterhin die Möglichkeit einer freien Vereinbarkeit im bisherigen Rahmen.

Zu beachten ist, dass die Neuordnung der Anteilsregeln in vielen Bereichen (VR-Sparten, subverlegtes Reper­toire, Quote Verlegeranteil) keine oder allenfalls geringfügige Auswirkun­gen hat.

Bisher:

  • Freie Vereinbarkeit ist nur für U-Werke möglich, und zwar nur für solche mit einer Punktbewertung nach Verrechnungsschlüssel III Ziff. 1, 3a und 3 b.
    Nicht erfasst sind somit insbesondere E-Werke und höher eingestufte U-Werke.
  • Administrativ ist die freie Vereinbarkeit ein Sonderfall, der stets manuell bearbeitet werden muss. Hieraus folgt ein für Berechtigte und GEMA aufwändiges Anmeldeverfahren. Die Nutzung der Online-Werkanmeldung ist nicht möglich.
  • Dieser Aufwand dürfte mit dazu beigetragen haben, dass die freie Verein­barkeit in der Praxis bislang kaum genutzt wird: Seit 1996 wurden insgesamt noch nicht einmal 2.000 Werke mit frei vereinbarten Anteilen angemeldet.

Künftig:

  • Freie Vereinbarkeit ist im AR für alle neu angemeldeten Werke in allen AR-Sparten möglich.
  • Freie Vereinbarkeit ist mit der Ableitungslogik technisch einfacher umsetzbar als bisher und kann daher als Standard in der Internetwerkanmeldung implementiert werden.
  • Beabsichtigt ist eine dezidiert mitgliederfreundliche Ausgestaltung.Es ist vorgesehen, im Onlineformular für die Internetwerkanmeldung eine Art Schieberegler für die Angabe frei vereinbarter Anteile zu installieren. Nur wenn hiervon kein Gebrauch gemacht wird, greift die Basisaufteilung.

Nein, für Sie ändert sich nichts. Das gilt übrigens auch dann, wenn Sie als alleiniger Komponist des Werkes bei einem Verlag verlegt sind.

Die neuen Anteilsregeln legen in den Sparten des Aufführungs- und Senderechts (AR) fest, dass in allen Sparten die gleichen Anteile zwischen Musik und Text gelten, das sind 64 % für alle Komponisten und 36 % für alle Textdichter in der Basisverteilung. Gleichzeitig gilt, dass Komponisten und Textdichter ihre Anteile zwischen Musik und Text frei vereinbaren können, wobei mindestens 35,2 % auf den Musikanteil und mindestens 19,8 % auf den Textanteil entfallen müssen.

Diese frei vereinbarten Anteile kommen auch nach neuer Regelung in allen Sparten des Aufführungs- und Senderechts zur Anwendung.
Die sogenannte Basisverteilung nach alter Regelung legte für nicht verlegte Werke fest, dass 2/3 = 66,67 % auf den Musikanteil und 1/3=33,33 % auf den Textanteil entfallen. Nach neuer Basisverteilung erhalten somit die Komponisten 2,67 % weniger und die Textdichter 2,67 % mehr. Eine Ausnahme bildet die Sparte FS: Dort galt nach alter Regelung 50 % Musik und 50 % Text. Nach neuer Regelung gilt nun auch in der Sparte FS, dass 64 % auf den Musikanteil und 36 % auf den Textanteil entfallen.

Von der Basisaufteilung zwischen Musik und Text ist die Rede, wenn die im GEMA Verteilungsplan festgelegten Quoten zwischen Musik- und Textanteil angewendet werden. Das sind nach neuer Regelung im Aufführungs- und Senderecht (AR) 64 % für den Musikanteil und 36 % für den Textanteil und im mechanischen Vervielfältigungsrecht (VR) 50 % für den Musikanteil und 50 % für den Textanteil. In den AR-Sparten kann gemäß GEMA Verteilungsplan zwischen Musik- und Textanteil eine freie Vereinbarung getroffen werden, die von der Basisverteilung abweicht. In den VR-Sparten gilt immer die Basisverteilung.