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Rekordergebnis für Verwertungsgesellschaften: CISAC stellt „Global Collections Report 2017“ vor

Im „Global Collections Report“ hat die CISAC für das Jahr 2016 erneut einen Anstieg der Einnahmen der Verwertungsgesellschaften festgestellt. Als Wachstumstreiber identifiziert die Organisation vor allem den Digitalmarkt. Doch es gibt auch Kritikpunkte.

Der Dachverband der Verwertungsgesellschaften für Musikurheber (Confédération Internationale des Sociétés d'Auteurs et Compositeurs; CISAC) hat im „Global Collections Report 2017“ ein neues Rekordergebnis gemeldet. Dem Bericht zufolge erzielten die in der Organisation zusammengeschlossenen Verwertungsgesellschaften im vergangenen Jahr weltweit einen Umsatz von insgesamt rund 9,2 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Steigerung um 6 Prozent.

Rund 8 Milliarden Euro entfielen dabei auf den Musikbereich, also auf die Einnahmen für Autoren, Komponisten und Verleger musikalischer Werke. In dieser Branche liegt somit ein Anstieg um 6,8 Prozent im Vergleich zu 2015 vor. Im Bereich der Online-Nutzung verzeichnet die CISAC 52 Prozent mehr Einnahmen. Verantwortlich für dieses deutliche Wachstum ist in erster Linie die stetig steigende Nutzung von Online-Streaming-Diensten.

TV und Radio größte Einnahmequelle – außer in Europa
Der CISAC-Report zeigt weiterhin, dass die meisten Einnahmen weltweit mit 42,8 Prozent (ca. 3,9 Milliarden Euro) aus Aufführungsrechten von TV- und Radiosendern stammen. Dahinter folgt mit 29,6 Prozent (ca. 2,7 Milliarden Euro) die Nutzung im Live-Sektor oder als Hintergrundmusik. Eine Ausnahme bildet Europa: Hier liegen die Live-Einnahmen sogar über denen aus dem Bereich TV und Radio.

Trotz der auf den ersten Blick weitestgehend erfreulichen Ergebnisse kritisiert die CISAC, dass die Tantiemen aus dem digitalen Sektor lediglich 10,4 Prozent (ca. 948 Millionen Euro) der globalen Einnahmen ausmachen. Als Grund hierfür nennt der Verband das zu geringe Ausschüttungsniveau, das Streaming-Plattformen mit nutzergeneriertem Content erzielen. „Die Zahlen des CISAC-Berichts zeigen, dass sich der Musikmarkt weltweit dynamisch entwickelt. Doch sowohl international, als auch in Deutschland selbst, spiegelt sich das Nutzerverhalten im Online-Bereich nicht in angemessener Form in den Einnahmen der Urheber wider“, kommentierte Dr. Harald Heker, Vorstandsvorsitzender der GEMA, die Ergebnisse des Berichts. „Ziel der GEMA bleibt es, eine angemessene Beteiligung der Urheber an der Wertschöpfung im Internet sicherzustellen und dadurch die als ‚Value Gap‘ bezeichnete Schieflage zulasten der Urheber zu beseitigen.“

Ähnlich argumentierte CISAC-Präsident Jean-Michel Jarre: „Trotz des Zuwachses ist das Tantiemeninkasso jedoch weit von dem Niveau entfernt, auf welchem es sein sollte.  Große Industriefirmen, welche kreative Inhalte nutzen, drücken den Wert unserer Werke nach unten. Plattformen wie z.B. YouTube lassen den Urhebern nur Brosamen zukommen. Daher gibt es keine höhere Priorität als die Regierungen dazu aufzufordern diesen Wertetransfers zu beseitigen.“

Über den „Global Collections Report“
Dem jährlich erscheinenden „Global Collections Report“ liegen Zahlen von 239 Mitgliedsorganisationen aus 123 Ländern zugrunde – darunter auch die GEMA. Die Verwertungsgesellschaften, die sich in der CISAC zusammengeschlossen haben, zählen weltweit etwa vier Millionen Kreativschaffende zu ihren Mitgliedern. Den aktuellen Report veröffentlichte die CISAC am 15. November 2017.

Den vollständigen „Global Collections Report 2016“ der CISAC (in englischer Sprache) gibt es hier zum Download.