Generell muss jede beabsichtigte Audioträger und Datenträgerherstellung, die Musik beinhalten, bei der GEMA gemeldet werden. Das heißt: Jeder, der musikalische Audioträger oder Datenträger vervielfältigt und verbreitet, muss die Inhalte vorher bei der GEMA einreichen. Somit kann überprüft werden, ob die Inhalte GEMA-Repertoire enthalten. Wird festgestellt, dass ausschließlich GEMA-freie Stücke verwendet wurden, entfällt die sonst fällige Vergütung für die Urheber, die bei der GEMA Mitglied sind.

Das alles passiert aufgrund der GEMA-Vermutung. Die von der Rechtsprechung anerkannte GEMA-Vermutung besagt folgendes:

  • Es besteht die Vermutung, dass bei Verwendung von Musik, das Repertoire der GEMA betroffen ist.
  • Die GEMA-Vermutung greift nicht, wenn dargelegt werden kann, dass die Urheber der verwendeten musikalischen Werke nicht von der GEMA oder einer ausländischen Schwestergesellschaft vertreten werden.
  • Hierzu müssen die Namen der Urheber der GEMA übermittelt werden.

Die GEMA-Vermutung ist beispielsweise für Veranstalter ein großer Vorteil. Wenn es die GEMA nicht geben würde, müssten Veranstalter mit jedem einzelnen Musikurheber eigenständig verhandeln. Das können bei einem einzigen Song schon mal sechs, sieben Beteiligte sein. Die GEMA-Vermutung kommt also nicht nur dem System der Tantiemenerhebung zu Gute, sondern vor allem den Musiknutzern selbst. Sie erlangen durch einen Vertrag mit der GEMA Rechtssicherheit und sichern sich gegen mögliche Nachforderungen ab.