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Zum Tode von Prof. Dr. Rolf Budde

Die GEMA trauert um ihr langjähriges Aufsichtsratsmitglied Prof. Dr. Rolf Budde. Nach schwerer Krankheit verstarb die Verlegerpersönlichkeit im Alter von 61 Jahren am Morgen des 13. April 2018 in Berlin.

Noch im vergangenen Jahr wurden Prof. Dr. Rolf Budde und sein Sohn Benjamin als Familienunternehmer des Jahres ausgezeichnet. „Es ist wichtig, dass man die jungen Leute auch machen lässt“, sagte Prof. Dr. Rolf Budde damals im Interview mit der GEMA, in deren Aufsichtsrat er seit 2006 tätig war. „Bei Benjamin ist das Tolle: Er wusste schon mit 15, wo er hinwollte. Meine Aufgabe war es dann, ihm Raum zu geben. Für seinen eigenen Weg. Für seine eigenen Ideen, die er im Verlag umsetzen wollte.“

Eine Brücke zur nächsten Generation zu schlagen, das war für Prof. Dr. Rolf Budde immer von hoher Bedeutung. Er gehörte nicht zu denen, die Herrschaftswissen anhäuften und nicht abgeben konnten. „Dieser Übergang zur nächsten Generation ist etwas, zu dem beide Seiten gehören“, formulierte er damals. „Zum einen muss es der Wunsch des Kindes sein, dort tätig sein zu wollen – und nicht der des Vaters. Der zweite Punkt ist das Loslassen. Ich kenne Leute, die sich nicht vorstellen können aufzuhören.“ Benjamin und er selbst hätten eine klare Arbeitsteilung, sie hätten sich nie etwas weggenommen. Nach dem Tod des Vaters wird nun Benjamin Budde, der bisherige Co-Geschäftsführer und CEO, die Leitung des Unternehmens allein fortführen.

Prof. Dr. Rolf Budde, der am 15. August 1956 in Berlin geboren wurde, hinterlässt seine Frau und vier Kinder sowie zwei Enkelkinder. Der promovierte Jurist agierte seit 1983 als geschäftsführender Gesellschafter der Musikverlagsgruppe Rolf Budde Musikverlage, 2003 übernahm er alle Gesellschafteranteile. 2006 wählten ihn die Mitglieder der GEMA in ihren Aufsichtsrat. Dort vertrat er auch in verschiedenen Gremien die Berufsgruppe der Verleger, unter anderem im Wirtschaftsausschuss und in der Satzungskommission. Dem Deutschen Musikverlegerverband (DMV) stand er seit 2014 als Präsident vor. Er engagierte sich darüber hinaus in internationalen Gremien für die Belange der Musikverleger. Am Institut für Kultur- und Medienmanagement an der FU Berlin hatte Rolf Budde eine Honorarprofessur inne. Seit 2010 war er Träger des Bundesverdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland, 2011 wurde ihm der französische Orden „Chevalier dans l’Ordre des Arts et Lettres“ verliehen.

„Mit Rolf Budde verlieren wir einen immens wichtigen Mitstreiter für die Belange der GEMA und ihrer Mitglieder“, sagte Dr. Ralf Weigand, Vorsitzender des Aufsichtsrats der GEMA . „Mit einer unglaublichen Leidenschaft hat Rolf Budde die Themen der GEMA mitgestaltet und sich höchsten Respekt und größtes Vertrauen in der Gemeinschaft der Musikschaffenden erworben – auch weit über seine ehrenamtliche Tätigkeit bei der GEMA hinaus. Sein persönlich geprägter unermüdlicher Einsatz für eine angemessene Vergütung der Musikschaffenden war für uns von unschätzbarem Wert. Man kann sich im momentanen Schock gar nicht vorstellen, wie diese Lücke jemals geschlossen werden soll – ein tiefschwarzer Tag.“

Dr. Harald Heker, Vorstandsvorsitzender der GEMA: „Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie. Rolf Budde hat seine profunden und vielfältigen Kenntnisse der Musikwirtschaft engagiert in den Aufsichtsrat der GEMA eingebracht. In zahlreichen Gremien hat er sich für die Interessen der Musikverleger eingesetzt und wichtige Themen für die GEMA vorangetrieben. Gerade angesichts der aktuellen Entwicklungen in der Musikbranche, in denen die GEMA vor massiven Herausforderungen steht, waren sein Engagement, sein Kenntnisreichtum und sein beeindruckendes internationales Netzwerk immer ausgesprochen hilfreich.“