Mitglied werden

Die Mitgliedschaft kommt (nach Durchlaufen des Aufnahmeverfahrens) durch Abschluss eines so genannten Berechtigungsvertrags mit der GEMA zustande. Damit überträgt ein Musikurheber oder -verleger seine urheberrechtlichen Nutzungsrechte oder Verlagsrechte der GEMA zur Wahrnehmung. Die GEMA nimmt diese Rechte als Treuhänderin im Rahmen des Berechtigungsvertrags wahr. Das heißt, sie kontrolliert für ihr Mitglied, wie oft und in welchem Rahmen seine Werke genutzt werden, zieht die dafür fälligen Lizenzvergütungen bei den Musiknutzern ein und verteilt diese Gelder an diejenigen, die an den jeweils genutzten Werken beteiligt sind.

  • Komponisten
  • Textdichter vertonter Texte
  • Rechtsnachfolger von Komponisten, Textdichtern und Musikverlegern
  • Musikverleger


Auch Musikbearbeiter und Bearbeiter oder Übersetzer vertonter Texte können Mitglieder der GEMA werden. Für die Wahrnehmung der Urheberrechte von Bearbeitern ist Voraussetzung, dass ihre Bearbeitungen persönliche geistige Schöpfungen darstellen und dass bei der Bearbeitung einer urheberrechtlich geschützten Vorlage die Genehmigung des Rechteinhabers des Originalwerkes vorliegt.

Die GEMA-Mitgliedschaft ist individuell. Eine Band kann daher nicht GEMA-Mitglied werden. Stattdessen muss jedes komponierende oder Texte schreibende Bandmitglied einen eigenen Aufnahmeantrag stellen.

Reine Musikinterpreten, also ausübende Künstler, die nicht gleichzeitig Komponist, Bearbeiter oder Textdichter sind, können nicht Mitglied der GEMA werden, weil sie nicht als Urheber schöpferisch tätig sind. Für sie ist die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten zuständig (GVL).

Wer ausschließlich als Produzent oder Tonträgerhersteller tätig ist, kann nicht Verlagsmitglied der GEMA werden.

Weil die GEMA die Form eines Vereins hat – genauer gesagt, die Rechtsform eines wirtschaftlichen Vereins kraft staatlicher Verleihung gemäß § 22 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Die GEMA besteht somit aus den Komponisten, Textdichtern und Musikverlegern (sowie ggf. deren Rechtsnachfolger), die ihre Mitglieder sind. Mit anderen Worten: Die GEMA – das sind die Mitglieder selbst.

Bevor man sich zu einem Beitritt entschließt, sollte man sichergehen, dass eine GEMA-Mitgliedschaft auch wirtschaftlich sinnvoll ist. Dies ist dann der Fall, wenn eigene Musikstücke im laufenden Kalenderjahr in einem bestimmten Umfang öffentlich aufgeführt, im Radio oder Fernsehen gesendet oder von Dritten auf im Handel erhältlichen (Bild-)Tonträgern veröffentlicht werden oder wenn solche gewerblichen Verwertungen unmittelbar bevorstehen.

Hier ist auch zu berücksichtigen, dass ein Mitglied dafür bezahlen muss, wenn es die öffentliche Verwertung seiner eigenen Werke selbst veranstaltet. Da die Mitglieder ihre Nutzungsrechte an die GEMA übertragen haben, müssen sie, wenn sie selbst als Musiknutzer auftreten - also zum Beispiel Konzerte veranstalten oder Tonträger herstellen - die Lizenz auch für die Nutzung eigener Werke bei der GEMA einholen.

Sie übertragen der GEMA weltweit als Treuhänderin alle Ihnen gegenwärtig zustehenden und während der Vertragsdauer noch zuwachsenden, zufallenden, wieder zufallenden oder sonst erworbenen Rechte an Ihren Werken für bestimmte Nutzungsarten. Die wichtigsten Nutzungsarten sind in diesem Zusammenhang:

 

  • das Aufführungsrecht
  • das Senderecht für Hörfunk und Fernsehen
  • das mechanische Vervielfältigungs- und Verbreitungsrecht für Ton-, Bildton- und Multimediaträger
  • das Recht der öffentlichen Wiedergabe von Hörfunk- und Fernsehsendungen
  • das Recht der öffentlichen Wiedergabe durch Ton- und Bildtonträger
  • das Filmvorführungsrecht und (eingeschränkt) das Filmherstellungsrecht
  • die gesetzlichen Vergütungsansprüche, wie die sog. „Geräteabgabe“ und „Leermedienabgabe“ („Leerkassettenvergütung“)
  • das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung, das heißt, Musik im Internet oder in ähnlicher Weise so bereitzustellen, dass sie Musiknutzern jederzeit und überall zugänglich ist
  • das Recht, Musik als Ruftonmelodie zu nutzen

Die Mitglieder werden auf der Grundlage des GEMA-Verteilungsplans an den Einnahmen aus den Lizenzvergaben beteiligt. Der Verteilungsplan regelt z. B. die Aufteilungsverhältnisse zwischen dem Komponisten, Textdichter und Musikverleger eines Werks. Typische Aufteilungen für verlegte GEMA-Werke sind:

 

  • Aufführungen: der Komponistenanteil beträgt 5/12, der Textdichteranteil 3/12, der Verlagsanteil 4/12
  • Tonträgervervielfältigungen: der Komponistenanteil beträgt 30%, der Textdichteranteil 30%, der Verlagsanteil 40%

Für die Aufnahme in die GEMA fällt eine einmalige Aufnahmegebühr an. Urheber zahlen dafür 90,00 € (zzgl. 19% USt; ergibt 107,10 €) und Musikverleger 180,00 € (zzgl.19% USt; ergibt 214,20 €).

Zudem ist ein jährlicher Mitgliedsbeitrag zu zahlen. Er beträgt für Urheber 50,00 € und für Musikverleger 100,00 €.

Die GEMA kennt drei verschiedene Formen der Mitgliedschaft: die angeschlossene, außerordentliche und ordentliche Mitgliedschaft. Für Neumitglieder ist zunächst die angeschlossene Mitgliedschaft vorgesehen. Nach erfolgter Aufnahme in die GEMA kann unter bestimmten Voraussetzungen die außerordentliche Mitgliedschaft beantragt werden. Ordentliches Mitglied kann man erst nach fünf Jahren außerordentlicher Mitgliedschaft und nach Erreichen eines bestimmten Mindestaufkommens werden. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Das Urheberrecht gilt 70 Jahre über den Tod des Urhebers hinaus. Deshalb kann nach dem Tod eines GEMA-Urhebers der Berechtigungsvertrag mit dem oder den Rechtsnachfolger(n) in den Urheberrechten fortgeführt werden. Notwendig ist dafür ein Erbnachweis, der der Abteilung Mitglieder vorzulegen ist. Sind mehrere Rechtsnachfolger vorhanden, müssen diese einen gemeinsamen Bevollmächtigen festlegen, der ihre Rechte gegenüber der GEMA ausübt. Die Tantiemezahlungen erfolgen indes getrennt an die einzelnen Rechtsnachfolger.

Nein, der Schutz Ihrer Werke wird durch das Urheberrechtsgesetz gewährt, und zwar ohne dass es dazu besonderer Formalitäten wie einer GEMA-Mitgliedschaft oder einer Werkeanmeldung bei der GEMA bedarf.

Der urheberrechtliche Schutz Ihrer Werke besteht also unabhängig von einer GEMA-Mitgliedschaft.