Mitgliedschaft

Die Abkürzung GEMA steht für „Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte“.

Unser Ziel hat sich in unserem mittlerweile über 100jährigen Bestehen nicht geändert: Wir werden von unseren Mitgliedern beauftragt, ihre Nutzungsrechte wahrzunehmen, die sich aus dem Urheberrecht ergeben. Unsere Mitglieder sind Musikurheber und -verleger. Wir stellen die Werke unserer Mitglieder den Musiknutzern gegen Vergütung zur Verfügung und verteilen die Einnahmen an die Urheber. Diese Aufgabe nimmt in Deutschland für urheberrechtlich geschützte Werke der Musik ausschließlich die GEMA wahr.

Dazu gehört auch, dass wir uns national und international für die Rechtsfortbildung des Urheberrechts einsetzen, ohne die der schöpferische Mensch seine Kreativität nicht entfalten kann und letzten Endes seiner Existenzgrundlage beraubt wäre. Insofern ist die GEMA also auch eine Schutzorganisation für den schöpferischen Menschen.

Kein Komponist, Textdichter oder Musikverleger kann selbst in ausreichendem Maße überprüfen, wo, wann, wie oft und wie lange seine Werke genutzt werden. Als Mitglied der GEMA haben Sie die Gewähr, dass wir uns um die Vergabe der Lizenzen und auch um die Überprüfung der Nutzungen Ihrer Werke kümmern und Sie so die Tantiemen, die Ihnen zustehen, auch erhalten. So können Sie sich der Kreation zuwenden in dem Bewusstsein, dass wir uns um die ordnungsgemäße Lizenzierung der Nutzung Ihrer Werke kümmern.

Darüber hinaus bietet die GEMA noch einiges mehr für Ihre Mitglieder. Als starke Interessensvertreterin setzt sich die GEMA für die Rechte der Musikschaffenden ein, informiert regelmäßig über aktuelle Themen aus der Musikbranche und bietet unterschiedliche Online-Services, die den organisatorischen Arbeitsalltag erleichtern. Außerdem fördert die GEMA musikalische Projekte und junge Künstler und bietet mit der GEMA-Sozialkasse unter bestimmten Voraussetzungen auch eine finanzielle Unterstützung im Alter.

Alle Musiknutzer sind verpflichtet, bei der GEMA Meldungen über aufgeführte, gesendete oder vervielfältigte Musikwerke einzureichen. Anhand dieser Informationen können die Abrechnungsabteilungen die Nutzungshäufigkeit jedes einzelnen Werks ermitteln.

Da es außerdem einen Unterschied macht, ob ein Musikwerk im Radio gespielt oder als Musik in der Telefonwarteschleife genutzt wird, fließt auch die Art der Musikdarbietung in die Berechnung der Tantiemen mit ein.

Kurz gesagt: je öfter und intensiver ein Werk genutzt wurde, umso mehr Tantiemen erhält der Musikurheber. Dazu hat die GEMA ein wichtiges Instrument entwickelt: den Verteilungsplan. Über Änderungen am Verteilungsplan wird jedes Jahr auf der Mitgliederversammlung beraten und entschieden. Er berücksichtigt nicht nur die verschiedenen Arten der Musikdarbietung und die Anzahl der Veröffentlichungen, sondern er unterscheidet bei der Abrechnung zudem zwischen Komponist, Textdichter, Musikverleger und Bearbeiter. Welcher Vergütungsanteil an einer Werknutzung jedem Einzelnen zusteht, ist ebenfalls durch den Verteilungsplan geregelt.

Das deutsche Urheberrechtsgesetz (UrhG) schützt das Recht des Urhebers an seinem Werk und regelt den Schutz dieser Werke. Die Musikurheber sind von Gesetzes wegen in ihren "geistigen und persönlichen Beziehungen zum Werk und in der Nutzung des Werkes" gesichert (§ 11 UrhG).

Im Gegensatz zum Patentschutz bedarf es keiner besonderen Anmeldung oder Registrierung des Werks. Vielmehr wird nach § 10 UrhG vermutet, dass "wer auf den Vervielfältigungsstücken eines erschienenen Werkes [...] in der üblichen Weise als Urheber bezeichnet ist, wird bis zum Beweis des Gegenteils als Urheber des Werkes angesehen."

Kommt es im Streit um die Urheberschaft an einem Musikwerk zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung, so sind die ordentlichen Gerichte zuständig. Die GEMA ist in solchen Fällen verpflichtet, eine neutrale Haltung einzunehmen und kann und darf weder als Gutachter noch als Rechtsberater Stellungnahmen abgeben. Entscheidend ist in der Regel die Feststellung über den Zeitpunkt des Vorliegens der fertigen Komposition bzw. deren Veröffentlichung: Das früher entstandene Musikwerk wird im Zweifel auch als das zuerst geschaffene angesehen.

Ein Nachweis über diesen Zeitpunkt kann durch Hinterlegung der Noten, eventuell auch des Tonträgers, bei einem Notar erbracht werden. In der Praxis wird beispielsweise auch auf das Mittel der an die eigene Adresse gerichteten Einschreibsendung (die verschlossen bleibt) zurückgegriffen. Auch Zeugen können bei der Beweisführung hilfreich sein. Im Übrigen gelten die allgemeinen Beweisregeln.

Durch die Anmeldung ihres Werks bei der GEMA schaffen GEMA-Mitglieder zwar ein Indiz für den Zeitpunkt der Veröffentlichung ihres Werks, der jedoch nicht mit dem Nachweis der Urheberschaft gleichzusetzen ist.

Treten nun Ansprüche mehrerer Parteien in Widerstreit, so ist die GEMA berechtigt und verpflichtet, die Auszahlung so lange zu verweigern, bis eine verbindliche Entscheidung über die Berechtigung vorliegt. Die GEMA kann eine Frist von sechs Monaten zur Geltendmachung der Ansprüche setzen. Wird der Nachweis der Geltendmachung innerhalb dieser Frist nicht erbracht, ist die GEMA zur Auszahlung an das Mitglied berechtigt, das nach Zeitpunkt der Werkanmeldung Priorität hat – so ist  es in § 5 Abs. 3 des GEMA-Verteilungsplans festgelegt.

Die GEMA unterhält seit Jahrzehnten Unterstützungseinrichtungen, von denen ihre Mitglieder bei Krankheit, im Alter oder in Notfällen einmalige oder laufende Beihilfen erhalten können. Die GEMA-Sozialkasse beruht auf absolutem Solidaritätsprinzip. Leistungen werden nur von denen in Anspruch genommen, die darauf angewiesen sind.