Wie werden die Einnahmen aus der Rechteverwertung verteilt?

Als Mitglied werden Sie auf der Grundlage des GEMA Verteilungsplans an den Einnahmen aus den Lizenzvergaben beteiligt. Der GEMA Verteilungsplan regelt die Aufteilungsverhältnisse zwischen den Komponisten, Textdichtern und Musikverlegern eines Werks.

 

Bis zum Geschäftsjahr 2020 war die typische Aufteilungen für verlegte GEMA Werke: 

  • Live-Aufführungen: der Komponistenanteil beträgt 5/12, der Textdichteranteil 3/12, der Verlagsanteil 4/12
  • Tonträgervervielfältigungen: der Komponistenanteil beträgt 30 %, der Textdichteranteil 30 %, der Verlagsanteil 40 %

 

Seit dem Geschäftsjahr 2021 gelten in den Sparten der Rechte der öffentlichen Wiedergabe (sogenannte AR-Sparten) neue Aufteilungsregeln. Komponisten und Textdichter konnten bereits seit 1996 für Werke der U-Musik selbst bestimmen, wie sie untereinander ihre Anteile aufteilen. Diese Art der Anteilsaufteilung nennt man auch Freie Vereinbarkeit.

Neu ist nun, dass die freie Vereinbarkeit zwischen Musik und Text nicht mehr allein auf U-Musik beschränkt ist. Allerdings muss ein Mindestanteil von 35,20 % für den musikalischen Anteil und für den Textanteil von 19,80 % als Mindestanteil verbleiben.

Um eine freie Vereinbarkeit der Anteile unkompliziert bei der Werkanmeldung einzugeben, können Sie im Onlineportal bei der Werkanmeldung per Schieberegler diese Anteile auswählen.

Außerdem hat sich in den Sparten der Rechte der öffentlichen Wiedergabe die sogenannte Basisaufteilung zwischen Musik und Text geändert, wenn keine freie Vereinbarung getroffen wurde. Bisher galt für nicht verlegte Werke: Komponist = 66,67 % (8/12) und Textdichter = 33,33 % (4/12) und als Ausnahme in der Sparte FS (Fernsehen) Komponist = 50 % (12/24) und Textdichter 50 % (12/24).

Neu ist nun: Treffen Komponist und Textdichter keine freie Vereinbarung und das Werk ist nicht verlegt, erhält der Komponist 64,00 % und der Textdichter 36,00 %.

Neu ist auch: Ganz gleich, ob gemäß Basisaufteilung oder freier Vereinbarung die Anteile zwischen Komponisten und Textdichtern geregelt wurden, wird das Werk verlegt, leitet sich der Verlagsanteil aus dem Anteil desjenigen Urhebers ab, den der Verlag vertritt.

 

Beispiel mit Freier Vereinbarung eines verlegten Werkes in den Sparten des Aufführungs- und Senderechtsrechts:

Schließt ein Urheber einen Verlagsvertrag ab, berechnet sich der Verlagsanteil in Höhe von 33,33 % aus dem Urheberanteil. 

Komponist (K) und Textdichterin (T) vereinbaren, dass beide sich Musik und Text im Verhältnis 50,00 % : 50,00 % teilen.

Anschließend schließt die Textdichterin einen Verlagsvertrag mit Verlag A (VA) ab.

Die Anteile am Werk verteilen sich dann auf K = 50 %, T = 33,34 % und VA  = 16,66 %.

Schließt der Komponist einen Verlagsvertrag mit Verlag B (VB) ab, verteilen sich die Anteile so: K = 33,34 %, T = 33,34 % und VA  = 16,66 % und VB = 16,66 %.

 

Beispiel mit Basisaufteilung eines verlegten Werkes in den Sparten des Aufführungs- und Senderechtsrechts:

Schließt ein Urheber einen Verlagsvertrag ab, berechnet sich der Verlagsanteil ebenso in Höhe von 33,33 % aus dem Urheberanteil. 

Komponist (K) und Textdichterin (T) teilen sich Musik und Text im Verhältnis 64,00 % : 36,00 %.

Anschließend schließt die Textdichterin einen Verlagsvertrag mit Verlag A (VA) ab.

Die Anteile am Werk verteilen sich dann auf K = 64,00 %, T = 24,00 % und VA  = 12,00 %.

Schließt der Komponist einen Verlagsvertrag mit Verlag B (VB) ab, verteilen sich die Anteile so: K = 41,67 %, T = 24,00 % und VA  = 12,00 % und VB = 21,33 %.

 

In den Sparten des mechanischen Vervielfältigungsrechts ist geregelt, dass die Anteile zwischen Komponisten und Textdichtern gleich im Verhältnis 50 zu 50 verteilt werden. Daran hat sich nichts geändert.

Komponist (K) und Textdichterin (T) müssen und können daher keine Freie Vereinbarung ihrer Anteile treffen.

Schließt ein Urheber einen Verlagsvertrag ab, berechnet sich der Verlagsanteil in Höhe von 40,00 % aus dem Urheberanteil. 

 

Beispiel:

Zuerst schließt die Textdichterin einen Verlagsvertrag mit Verlag A (VA) ab. Die Anteile am Werk verteilen sich dann auf K = 50 %, T = 30,00 % und VA  = 20,00 %.

Anschließend schließt der Komponist einen Verlagsvertrag mit Verlag B (VB) ab. Das führt zu dieser Anteilsaufteilung: K = 30,00 %, T = 30,00 % und VA  = 20,00 % und VB = 20,00 %.

Wir laden Sie ein, auch unsere Seite Neuordnung der Anteilsregeln zu besuchen. Hier erhalten Sie viele zusätzliche Informationen.

Noch etwas unklar? Nehmen Sie Kontakt auf:

030 726215-61

Mo - Do: 09:00 bis 17:00 Uhr
Fr: 09:00 bis 16:00 Uhr