Ein starkes Urheberrecht

Ein starkes Urheberrecht: Urheber müssen an der Wertschöpfung in der digitalen Wirtschaft beteiligt werden

Mit kreativen Inhalten wird in der digitalen Welt eine erhebliche Wertschöpfung erzielt. Konzerne und vor allem die Betreiber großer Online-Plattformen generieren Milliarden-Gewinne, während die Musikurheber nichts bzw. einen viel zu geringen Teil bekommen. Sinn und Zweck eines „starken“ Urheberrechts ist es, die Urheber angemessen an der Nutzung ihrer Werke zu beteiligen. Das Urheberrecht soll sie vor einer unbefugten wirtschaftlichen Nutzung ihrer schöpferischen Leistung und vor Verletzungen ihrer ideellen Interessen am Werk schützen. Dieser Schutz ist keine einfache Aufgabe, schon gar nicht im digitalen Zeitalter.

Verantwortung der Hostprovider

Damit die Musikurheber künftig an den Erlösen aus der Nutzung ihrer Werke angemessen beteiligt werden, müssen Hostprovider stärker in die Verantwortung genommen werden. Für die heute relevanten Diensteanbieter steht nicht mehr das Vermieten von Speicherplatz, sondern das wirtschaftliche Ausnutzen von eingestellten Inhalten im Vordergrund. Insofern ist die im Telemediengesetz verankerte Haftungsprivilegierung für jede Art von Dienst nicht mehr zeitgemäß und bedarf der Überarbeitung. Diese Schieflage im Telemediengesetz muss beseitigt werden und den Urhebern ihre Existenzgrundlage in der digitalen Welt nicht weiterhin vorenthalten werden. Auch die Europäische Kommission hat die Auseinandersetzung mit der Rolle von Online-Plattformen zum Bestandteil ihrer neuen Strategie für den Binnenmarkt gemacht.

Modernisierung des Urheberrechts

Die angekündigte Modernisierung des EU-Urheberrechts soll nun eine Vielzahl von Maßnahmen enthalten, welche für Verbraucher den grenzüberschreitenden Zugang zu kreativen Inhalten verbessern und gleichzeitig eine „faire Vergütung“ von Urhebern sicherstellen. Ein starkes Urheberrecht muss sich der digitalen Revolution stellen. Bestehende Regelungen müssen im Sinne der aktuellen Entwicklungen ergänzt werden.

Unverzichtbarkeit der Verwertungsgesellschaften

Verwertungsgesellschaften spielen eine immer größere Rolle, da es für den einzelnen Urheber immer schwieriger wird, sich in diesem Markt durchzusetzen. Sie handeln im Interesse der Urheber und schützen sie vor unlizenzierten Nutzungen. Aufgabe ist es auch die weniger erfolgreichen Urheber zu unterstützen. Nur so kann die gesamte Bandbreite des Repertoires auch im Internet an den Markt gebracht werden und damit die kulturelle Vielfalt erhalten werden. Die Verwertungsgesellschaften stellen sicher, dass Urheber angemessen vergütet werden, wenn jemand ihre Werke nutzt. Das sichert nicht nur den Lebensunterhalt der Urheber, sondern weist dem kreativen musikalischen Schaffen einen besonderen Wert zu.