Corona Hilfsprogramme

Die GEMA unterstützt seit März 2020 mit verschiedenen Maßnahmen ihre von der Coronapandemie wirtschaftlich betroffenen Mitglieder und Kunden. Im Mai 2021 wurde die GEMA für ihr beherztes, schnelles und unbürokratisches Engagement mit dem Deutschen Kulturförderpreis ausgezeichnet. Einen Überblick über die geleisteten Hilfen und neue Initiativen gab Vorstandsvorsitzender Dr. Harald Heker in seinem Bericht in der GEMA Hauptversammlung.

Aus dem Bericht des Vorstandsvorsitzenden Dr. Harald Heker, GEMA Hauptversammlung 10.6.2021:

„ Corona hat die Existenz vieler Musikschaffenden bedroht. Und die Bedrohung ist immer noch da, wie wir alle wissen. Von Anfang an hat die GEMA versucht, die finanziellen Folgen für ihre Mitglieder abzufedern. Mit dem ‚Schutzschirm Live’ und dem ‚Corona Hilfsfonds’ konnten wir im letzten Jahr mehr als 4.000 unserer Mitglieder kurzfristig und unbürokratisch finanziell weiterhelfen. Über 8 Millionen Euro wurden in diesen beiden Hilfsprogrammen insgesamt ausgezahlt - als Vorauszahlung oder sogar als direkte Unterstützung.

Die GEMA wird für das laufende Jahr einen neuen finanziellen Schutzschirm aufspannen. Denn die Erträge aus dem Tagesgeschäft sind als Folge der Pandemie in 2020 natürlich stark zurückgegangen, was sich erheblich auf die Ausschüttungen in diesem Jahr auswirken wird. Nach den Verteilungsterminen für den Live- und Sendebereich wird die GEMA deshalb im nächsten Monat wieder pauschale Vorauszahlungen ermöglichen. Dieses Mal werden neben den Live-Sparten weitere Kategorien umfasst sein, wie der Bereich der Musikwiedergaben. Zudem können Sie nun auch als Verleger Voraus­zahlungen beantragen, wenn Ihre GEMA Ausschüttungen pandemiebedingt einbrechen. Einzelheiten finden Sie auf der Webseite und im Onlineportal.

Es läuft gerade auch eine andere Hilfsmaßnahme an: Die Unterstützung für Urheber und Künstler durch ein Stipendienprogramm. Ein Programm, das umgesetzt werden soll von der GEMA und anderen Verwertungsgesellschaften. Wir haben es initiiert und dafür stark bei der Regierung geworben. Immer wieder haben wir betont, dass andere Programme vielen Solo-Kreativen nicht weiterhelfen, dass Kreative in einer besonderen Lage sind. Und wir haben schon früh darauf hingewiesen, dass der Ausfall von Musiknutzungen im letzten Jahr für viele Musikurheber erst jetzt, bei den diesjährigen Ausschüttungen harte Konsequenzen hat.

Unsere Argumente konnten überzeugen, sie wurden von der Bundesregierung gehört - besonders von Staatsministerin Grütters. Sie hat sich sehr für dieses Programm eingesetzt. 30 Millionen Euro an Stipendien kann die GEMA demnächst verteilen. Dieser Betrag wird bis zu 6.000 Musikschaffenden ein viermonatiges Stipendium in einer Höhe von 5.000 Euro ermöglichen.*

Dass die GEMA sich in der Pandemie auch für ihre Kunden einsetzt, hatte ich Ihnen schon in meinem Bericht im vergangenen Jahr erläutert. Gleich zu Beginn haben wir unseren Kunden, deren Betriebe aufgrund behördlicher Anordnungen geschlossen sind, Unterstützung angeboten: Verträge haben wir ruhen lassen und bereits getätigte Vorauszahlungen zurückerstattet. Diese Maßnahmen wurden bis Ende Mai in diesem Jahr verlängert.

Zu den Hilfen für unsere Kunden gehört auch, dass die GEMA 2020 die Koordination des sog. Spielstätten-Programms der Bundesregierung übernommen hat - im Rahmen des Rettungs- und Zukunftsprogramms NEUSTART KULTUR. Zunächst 30 Millionen Euro standen für die Spielstätten zur Verfügung, damit diese sich coronagemäß aufstellen konnten. Die GEMA - sich ihrer Verpflichtung für die gesamte Musikbranche bewusst - hat nicht gezögert, als sie gefragt wurde, ob sie die Verteilung der Gelder übernehmen könne. Und so fanden mobile Bühnen, IT-Ausstattungen, zusätzliche Hygienemaßnahmen, Schutzeinrichtungen, Plexiglasscheiben, Systeme für kontaktloses Bezahlen, Online-Tickets und bessere Belüftung ihren Weg in circa 600 Spielstätten. Vom Backstage in München über Rock am Ring, Schloss Moritzburg bis zum Gretchen in Berlin. Je eher eine Spielstätte sich Coronagemäß eingerichtet hat, umso schneller ertönt wieder Livemusik.

Der Betrag von 30 Millionen Euro ist aufgrund der sehr hohen Nachfrage mehrmals erhöht worden auf perspektivisch fast 70 Millionen Euro, um Musikclubs, Aufführungs­stätten sowie Festivals zu unterstützen. Und nicht ohne Stolz auf unsere Mitarbeiter stelle ich fest, dass es der GEMA gelungen ist, Millionen an Fördermitteln fast geräuschlos zu verteilen. Ich wage die These, dass unsere Schlagkraft und Hilfsbereitschaft auch den Kunden gegenüber unser Image in der Öffentlichkeit und bei der Politik verbessert haben, und bin mir sicher, dass dies dazu beigetragen hat, dass wir die 30 Millionen Euro an Stipendiengeldern für unsere Mitglieder ‚einwerben’ konnten.”

*Informationen zum Stipendienprogramm finden Sie demnächst auf www.gema.de