Informationen zu den Ausschüttungen für die Wertungsverfahren, das Schätzungsverfahren der Bearbeiter und die Alterssicherung

Die Verteilungstermine im Ausschüttungsjahr 2020 konnten von der GEMA auch unter den Arbeitsbedingungen der Covid19-Pandemie stabil durchgeführt werden. Wie sieht es mit dem Ausschüttungstermin für die Wertungsverfahren zum 01.10.2020 aus?

Der Ausschüttungstermin 01.10.2020 ist auch hinsichtlich der Mittel für soziale und kulturelle Zwecke d.h. der Wertungsverfahren, der Alterssicherung und des Schätzungsverfahrens der Bearbeiter sichergestellt.

Dabei konnte auf die stabilen Ergebnisse der Verteilungsbereiche der GEMA aufgesetzt werden.

 

Wie werden sich die bekannten Einschränkungen z.B. im Bereich öffentlicher Aufführungen, die durch die Covid19-Pandemie bedingt sind, in der Wertung niederschlagen?

Die Wertungsverfahren beruhen im Wesentlichen auf zwei Säulen, nämlich auf Wertungszuschlägen  aufgrund von konkretem Aufkommen und auf der Bewertung des Gesamtschaffens als Urheber oder Verleger. Die Daten für die Berechnung des individuellen Aufkommens beruhen auf den Aufkommensergebnissen der Vorjahre, so dass die Einschränkungen der Covid19-Pandemie, z.B. durch den Ausfall öffentlicher Konzertaufführungen, sich hier aktuell noch nicht niederschlagen.

Die aktuellen Daten, die zur Durchführung der Alterssicherung erforderlich sind, liegen vor, so dass auch diese uneingeschränkt ausgezahlt werden kann.

 

Wie sind die aktuellen Entscheidungen z.B. der Wertungsausschüsse in 2020 gestaltet?

Die Arbeit der Wertungsausschüsse z.B. zur Bewertung des Gesamtschaffens von Urhebern und Verlegern ist aufgrund der hohen Zahl der berechtigten Mitglieder außerordentlich umfangreich und nimmt insgesamt für alle Sparten und Berufsgruppen mehrere Wochen in Anspruch. Diese Arbeiten konnten 2020 unter den Bedingungen der Covid19-Pandemie nicht in üblicher Weise durchgeführt werden. Daher haben der Aufsichtsrat und Vorstand der GEMA zusammen mit den betreffenden Ausschüssen beschlossen, dem aktuellen Wertungsverfahren bei der Bewertung des Gesamtschaffens die Daten aus dem Vorjahr zugrunde zu legen. Im kommenden Jahr werden dann wieder Beschlüsse zur Bewertung des Gesamtschaffens gefasst und zwar auch unter Berücksichtigung vorliegender Informationen aus dem Jahr 2020. Gleiches gilt für die Mittel zur Förderung des zeitgenössischen Musikschaffens.

Die Schätzungskommission für das Schätzungsverfahren der Bearbeiter hat getagt und die notwendigen Entscheidungen getroffen, so dass diesem Verfahren in vollem Umfang die aktuellen Daten zugrunde liegen.

 

Und wie ist der finanzielle Ausblick auf die Wertung im Jahr 2021 und 2022?

Die Einschränkungen der Covid-19-Pandemie, z.B. durch den völligen Ausfall öffentlicher Musikaufführungen, wird sich auf die Erträge der GEMA in 2020 und damit aufgrund der zeitlichen Verschiebung zwischen Lizenzierung und Ausschüttung im nächsten Jahr, d.h. in der Folge im GEMA-Ausschüttungsjahr 2021, auch auf den Umfang der Mittel für soziale und kulturelle Zwecke auswirken. Darauf werden sich unsere Mitglieder grundsätzlich einstellen müssen. Ein Ausblick auf diese Herausforderung wurde in virtuos 2/2020 (S. 43) gegeben. Eine gewisse Stabilisierung der Mittel kann im kommenden Jahr nach aller Voraussicht jedoch durch Sondererträge der GEMA erfolgen (z.B. aus dem Bereich der privaten Überspielrechte), die – den jeweiligen Anteil an den Mitteln für soziale und kulturelle Zwecke betreffend – zum 01.10.2021 als Zuschläge verteilt werden können.

Im Jahr 2022 werden sich die Auswirkungen der COVID19-Pandemie dann - verzögert durch die zeitliche Verschiebung, wie sie in den Geschäftsordnungen z.B. der Wertungsverfahren vorgesehen ist – noch auf die Berechnung der individuellen Aufkommensdaten der Berechtigten auswirken. Aufsichtsrat und Vorstand der GEMA haben diese im Blick und werden ggf. notwendige Gremienentscheidungen vorbereiten.