FAQ

Öffentlich-rechtliche Sender etablieren Monitoring-Verfahren für Musikmeldungen an GEMA und GVL

Stand: Dezember 2019

 

1. Was ist der Hintergrund für diese Umstellung?

Beim bisherigen Meldeverfahren der öffentlich-rechtlichen Sender kam es zu teilweise fehlerhaften bzw. unvollständigen Meldungen der genutzten Musikstücke an die Verwertungsgesellschaften GEMA und GVL. Das neue Musikmeldesystem wird die Qualität der Meldungen – auf der Basis eines digitalisierten Prozesses - deutlich verbessern. Die öffentlich-rechtlichen Sender können somit ihrer Meldeverpflichtung unter optimierten Bedingungen nachkommen. Die Meldeverpflichtung der Sender von Musiknutzungen gegenüber der GEMA bleibt jedoch unverändert.

 

2. Wer steuert die Umstellung auf das neue Monitoring-Musikmeldesystem?

Die Umstellung erfolgt im Rahmen eines Projekts der öffentlich-rechtlichen Sender. Die Sender sind Auftraggeber und Abnehmer des neuen Musikmeldesystems. GEMA und GVL arbeiten – als Empfänger der Nutzungsmeldungen im Interesse ihrer Wahrnehmungsberechtigten - eng mit den öffentlich-rechtlichen Sendern zusammen.

 

3. Wie funktioniert das Monitoring-Meldeverfahren und wer sind die Beteiligten?

Die öffentlich-rechtlichen Sender haben die spanische Firma BMAT beauftragt, das neue Meldesystem bereitzustellen und zu betreiben. Zum Einsatz kommt die sogenannte "Audiofingerprint-Technologie". Hierbei wird aus einer Audiodatei ein digitaler Fingerabdruck erstellt (Bild 1), der bei Ausstrahlung eines Senders im Idealfall wiedererkannt wird. Die erkannte Musik wird mit Informationen zu Werktitel, Urheber etc. angereichert und als Musikmeldung an die GEMA und GVL weitergeleitet (Bild 2).

 

4. Wann erfolgt die Umstellung auf das neue Musikmeldesystem bei den öffentlich-rechtlichen Sendern?

Die Umstellung erfolgt ab sofort sukzessive und gilt für Musikmeldungen ab dem 2. Halbjahr 2019. Sie wirkt sich somit auf die kommende GEMA-Verteilung für die Sparten des Senderechts (Fernsehen und Hörfunk) für das Geschäftsjahr 2019 aus, die zum 01.07.2020 erfolgt.

 

5. Warum ist es wichtig, dass Urheber die Aufnahmen ihrer Werke hochladen?

Der Upload von Auftragskompositionen, die von den Sendern vor dem 01.06.2019 beauftragt wurden, stellt sicher, dass diese Werke beim Monitoringverfahren erkannt werden und in den Nutzungsmeldungen der Sender enthalten sind. Der Upload ist für diese Sachverhalte somit die notwendige Grundlage für die Beteiligung an der Ausschüttung zum 01.07.2020 und für nachfolgende Ausschüttungen.

Das ZDF hat Produzenten bei Neuproduktionen ab dem 01.06.2019 vertraglich zum Upload der Soundfiles verpflichtet. Auch bei der ARD ist der Upload aller Auftragskompositionen und Live-Musiken sowie die jeweils dazugehörende Angabe korrekter Metadaten ab sofort für die Produzenten vertraglich verpflichtend.

Der Upload der vorhandenen Musik in den Rundfunkarchiven erfolgt gleichermaßen durch die Sender.

Es ist jedoch nicht erforderlich, sog. kommerzielle Musik, also Musik, die im kommerziellen Kontext genutzt wird (insbes. Werbemusik), hochzuladen; diese liegen in der Datenbank des Monitoring-Dienstleisters BMAT bereits vor.

 

6. Wo können die Aufnahmen hochgeladen werden?

Es gibt drei alternative Möglichkeiten für den Soundfile-Upload:

Möglichkeit 1: Das Portal der GEMA

GEMA-Mitglieder (Urheber und Verlage) und GVL Berechtigte (Label und Produzenten) sollten den Soundfile-Upload-Service der GEMA insbesondere für Kompositionen, die von den Sendern vor dem 1. Juni 2019 in Auftrag gegeben wurden, nutzen.

Wichtig ist, dass Soundfiles für Nutzungen, die bei der Verteilung für das Geschäftsjahr 2019 zum 01.07.2020 berücksichtigt werden sollen, bis spätestens 31.01.2020 hochgeladen werden müssen.

Nach dem Upload und der Freigabe für das „Monitoring von Musiknutzungen in Fernseh- und Hörfunk-Programmen“ werden die Soundfiles sofort an das neue Meldesystem von ARD, ZDF, DLR und DW übertragen.

Zum Upload

Dateiformate: bevorzugt WAV und MP3 (320 kbps)

Dieses Portal akzeptiert Soundfiles für alle bei der GEMA gemeldeten Musikwerke. Es ist allen Wahrnehmungsberechtigten der GEMA und der GVL zugänglich.

 

Möglichkeit 2: Das Portal der ARD

Die Programme der ARD sowie 3sat, KiKa, ARTE, DLR und DW haben ein neues, gemeinsames Musik-Upload-Portal aufgebaut, das über einen Webzugang zu erreichen ist. Der Upload aller Auftragskompositionen und Musikaufführungen der Live-Musik sowie die jeweiligen erforderlichen Informationen zu Film, Aufnahme und Werk sind für Produzenten ab sofort vertraglich verpflichtend.

Zum Upload

Dateiformat: unkomprimiertes Audio als PCM-WAV File, 16Bit/48 bzw. 44,1 kHz

Das Portal der ARD eignet sich für den Soundfile-Upload von Musikstücken in neuen und alten Auftragsproduktionen der ARD-Sender. Es ist insbesondere für die Produzenten vorgesehen. Die Wahrnehmungsberechtigten der GEMA und der GVL können hier jedoch gleichermaßen ihre Soundfiles hochladen, soweit es sich um Produktionen der genannten Sender handelt.

 

Möglichkeit 3: Das Portal des ZDF

Für Fernseh-Produktionen, die vom ZDF für die Sender ZDF, ZDFinfo, ZDFneo, 3sat, KiKa, ARTE und DW beauftragt wurden, ist ein entsprechender Upload der Auftragskompositionen über das ZDF-Produzentenportal ab dem 1. Juni 2019 vertraglich verpflichtend. Die Musiken werden in das ZDF-Musik-Archiv mit Informationen zum Werk und mit einer entsprechenden Zuordnung zur Fernseh-Produktion gespeichert.

Zum Upload

Dateiformate: MP3, WAV, AAC, AIFF. Da die Soundfiles in einen 'Watch Folder' laufen, können auch andere Formate wie FLAC oder BMF manuell gewandelt werden.
Das Portal des ZDF eignet sich für den Soundfile-Upload von Musikstücken in neuen und alten Auftragsproduktionen des ZDF. Es ist insbesondere für die Produzenten vorgesehen. Die Wahrnehmungsberechtigten der GEMA und der GVL können hier jedoch gleichermaßen ihre Soundfiles hochladen, soweit es sich um Produktionen des ZDF handelt.

 

7. Welche sind die entscheidenden Faktoren dafür, dass ein gesendetes Werk im Meldeverfahren erkannt und bei den GEMA-Ausschüttungen berücksichtigt werden kann?

Neben dem Upload der Musikwerke sind die Angaben zum Musikwerk entscheidend. Daher sind beim Upload der Soundfiles folgende Angaben verpflichtend: Werktitel, Urheber, GEMA-Werknummer (im Portal der GEMA) und die Information, ob es sich bei dem Musikwerk um eine Auftragskomposition handelt. Im Portal der GEMA können diese Angaben entweder manuell erfolgen oder per csv-Datei hochgeladen werden.

 

8. Können zu einem Musikwerk mehrere Soundfiles hochgeladen werden? Wie soll mit Cover-Versionen verfahren werden?

Da für eine musikalische Komposition unterschiedliche Interpretationen und Aufnahmen möglich sind, ist es selbstverständlich möglich, mehrere Soundfiles unter Bezugnahme auf ein Musikwerk hochzuladen. Dabei sind die Dateinamen der Soundfiles nicht relevant; entscheidend ist, dass die Soundfiles jeweils die entsprechenden Angaben (Metadaten) zum Musikwerk (also zur musikalischen Komposition) erhalten. Entsprechendes gilt für die Verwendung von sog. Cover-Versionen; hochzuladen ist das Soundfile der Cover-Version, wobei die Informationen für die Original-Komposition und ggf. für die Bearbeitung anzugeben sind.

 

9. Wie gehe ich mit der Musik im Vor-/Abspann um?

Falls eigene Musikwerke im Vor- und/oder Abspann verwendet wurden, sind die entsprechenden Soundfiles gesondert hochzuladen.

 

10. Muss ein Soundfile zwingend vor der jeweiligen Ausstrahlung hochgeladen sein?

Nein, da die Musikerkennung auf Basis der aufgezeichneten Ausstrahlungen der Sender erfolgt.  Allerdings können die Sender die Soundfiles nicht unbegrenzt beim Erstellen der Nutzungsmeldungen für eine Jahresausschüttung der GEMA zum 01.07. berücksichtigen. Insofern ist Richtwert, dass die Files bis Januar des Ausschüttungsjahres hochgeladen sein müssen, um entsprechend Berücksichtigung zu finden.

 

11. Wie ist der Ablauf für Werknutzungen, die im Rahmen des Monitoring-Verfahrens nicht erkannt werden?

Für diese Fälle ist vorgesehen, dass die öffentlich-rechtlichen Sender manuelle Nacharbeiten durchführen und die Nutzungsmeldungen entsprechend ergänzt werden. Die GEMA unterstützt in diesem Verfahren u.a. dadurch, dass sie den Sendern die sog. GEMA AVW Nummern (GEMA Identifikator) für filmische Produktionen zur Verfügung stellt.

 

12. Welche Art der Erstellung von Musikmeldungen ermöglicht das neue Meldesystem der öffentlich-rechtlichen Sender?

  • Die Sender generieren Nutzungsmeldungen mittels Audiofingerprint-Technologie.
  • Die GEMA liefert AVW Nummern (GEMA Identifikator) für filmische Produktionen, auf deren Basis die Nutzungsmeldungen von den Sendern erstellt werden.
  • Eine manuelle Nacharbeit durch die Sender bei unerkannten Musiknutzungen im gemeinsamen Musikmeldesystem der öffentlich-rechtlichen Sender ermöglicht entsprechende Meldungen.

 

13. Welche Nutzungsdauer wird bei der Verteilung berücksichtigt – die Musiklänge, die per Monitoring ermittelt wurde, oder die Angabe in der AVW-Anmeldung?

Das Monitoringverfahren ermittelt die tatsächlich genutzte Werklänge. Diese wird der GEMA in der Sendemeldung angezeigt und bei der Ermittlung der Ausschüttungssumme zu Grunde gelegt.

 

14. Wie wird vorgegangen, wenn die Musikerkennung per Audiofingerprint-Technologie zu keinem eindeutigen Ergebnis führt?

Mitarbeiter der öffentlich-rechtlichen Sender prüfen und lösen solche Themen.

 

15. Führt die Umstellung auf das Monitoring-Meldeverfahren bei den öffentlich-rechtlichen Sendern zu einer Änderung im Reklamationsprozess der GEMA?

Die Reklamationsregeln des GEMA-Verteilungsplans bleiben unberührt. Es wird für eine schnelle und erfolgreiche Reklamationsbearbeitung künftig von essenzieller Bedeutung sein, dass die Berechtigten Soundfiles für die von ihnen reklamierten Musiknutzungen im Bereich Hörfunk und Fernsehen zur Verfügung stellen.

 

16. Ist das GEMA-Soundfile Portal mit der GEMA-Werkdatenbank verbunden?

Eine Verbindung des Soundfile-Upload-Services der GEMA mit der Werkdatenbank der GEMA ist in Planung, jedoch aktuell noch nicht verfügbar.

 

17. An wen kann ich mich bei Fragen wenden?