Paul Abraham Preis

Vorhang auf! Mit dem Paul Abraham Preis ehrt die GEMA-Stiftung seit 2022 Musikschaffende, die Musik oder Texte im Bereich des populären Musiktheaters schreiben. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis ist als Auszeichnung für besondere künstlerische Leistungen und zugleich als Förderung gedacht. Der Paul Abraham Preis wird alle zwei Jahre verliehen.

Eindrücke von der Preisverleihung 2022

Thomas Zaufke gewinnt den Paul Abraham Preis 2022

Am 3. Mai 2022 wurde Thomas Zaufke in der Komischen Oper in Berlin als erster Musikschaffender mit dem neugeschaffenen Paul Abraham Preis der GEMA-Stiftung ausgezeichnet. Die Jury ehrt den Komponisten für seine künstlerischen Leistungen im Bereich des populären Musiktheaters.  Der mit 10.000 Euro dotierte Preis erinnert an den erfolgreichen Operettenkomponisten Paul Abraham und sein musikalisches Œuvre.

Zur Pressemeldung

Über Thomas Zaufke

Geboren in Bremen, Studium an der Universität der Künste Berlin. Er schrieb die Musik für Musicals wie BABYTALK, ELTERNABEND, LETTERLAND, GRIMM, MEIN AVATAR & ICH, KEIN PARDON,  KOPFKINO („Best Musical” beim New York Independant Film Festival), DER HASE MIT DEN BERNSTEINAUGEN (Deutscher Musicaltheaterpreis 2019 u.a. für „Beste Musik“ und „Bestes Musical“) und SHOOTING STAR (UA Los Angeles, 2019). Er komponierte für die Neuköllner Oper, für das Berliner GRIPS Theater, die Leipziger Oper, die Oper Graz, das Düsseldorfer Schauspielhaus, das Landestheater Linz und den Wiener Musikverein. Er schreibt Songs und Chansons für Künstler wie Ina Müller, Rea Garvey, Sasha, Gayle Tufts, Tim Fischer und Daniela Ziegler.

Fachjury

Die Preisträgerinnen und Preisträger des Paul Abraham Preises ermittelt eine kompetente Fachjury, die jeweils für vier Jahre berufen wird. Die GEMA-Stiftung benennt zwei der acht Jurorinnen und Juroren. Außerdem berufen die folgenden Kulturbetriebe jeweils ein Jury-Mitglied:

  • Komischen Oper Berlin
  • Staatsoperette Dresden
  • Musikalischen Komödie, Leipzig
  • Staatstheater am Gärtnerplatz, München
  • Theater Ulm
  • Zeitschrift „musicals – Das Musicalmagazin“

Aktuelle Jury (2022 bis 2026)

  • Rainer Holzapfel
    Regisseur am Volkstheater Rostock
  • Kathrin Kondaurow (Jurysprecherin)
    Intendantin der Staatsoperette Dresden
  • Benjamin Künzel
    Musiktheaterdramaturg und Regisseur am Theater Ulm
  • Ulrich Lenz
    Chefdramaturg der Komischen Oper Berlin
  • Frank Ramond
    Beiratsmitglied der GEMA-Stiftung, Textdichter und Musikproduzent
  • Heinz-Jürgen Rickert
    Publizist
  • Michael Alexander Rinz
    Geschäftsführender Dramaturg des Staatstheaters am Gärtnerplatz, München
  • Dr. Charlotte Seither
    Beiratsmitglied der GEMA-Stiftung, Komponistin und Musikwissenschaftlerin

Über den Preis

Der Paul Abraham Preis wurde 2022 von der GEMA-Stiftung als Erinnerung an den Komponisten Paul Abraham und sein musikalisches Œuvre als einer der wichtigsten Operettenkomponisten ins Leben gerufen.

Der Preis ehrt Musikautorinnen und Musikautoren, die Musik oder Texte im Bereich des populären Musiktheaters schreiben, professionell in diesen Genres arbeiten und bereits eigene Werke zur Aufführung oder in die Medien gebracht haben. Der Paul Abraham Preis ist als Auszeichnung für besondere künstlerische Leistungen und Förderung zugleich gedacht.

Die Preissumme in Höhe von 10.000 EUR wird von der GEMA-Stiftung als Rechtsnachfolgerin nach Paul Abraham zur Verfügung gestellt. Der Preis wird alle zwei Jahre verliehen.

Statut

Paul Abraham

Der Komponist Paul Abraham (Ábrahám Pál, geb. 02.11.1892 in Apatin/ehemals Königreich Ungarn, gest. 06.05.1960 in Hamburg) war einer der bedeutendsten und erfolgreichsten Operettenkomponisten in Deutschland und Europa. Seine Werke (wie z.B. die Operetten „Viktoria und ihr Husar“, „Blume von Hawaii“, „Ball im Savoy“ oder „Märchen im Grand-Hotel“) erleben seit einigen Jahren eine bedeutende Wiederentdeckung.

Das Leben von Paul Abraham ist aber nicht nur durch seine großen musikalischen Erfolge, sondern auch durch sein tragisches persönliches Schicksal gezeichnet.

Bis zum Jahr 1933 feierte Paul Abraham als „König der Operette“ Erfolg um Erfolg. Sein moderner Kompositionsstil in der Mischung aus Operettentradition, ungarischer Folklore und Jazzelementen schlug beim Publikum ein, und seine Bühnenwerke erlebten über 2000 Aufführungen pro Saison in Europa. Zudem war er als Komponist für den Tonfilm gefragt. Auch gesellschaftlich stand Paul Abraham im Mittelpunkt und seine Villa in der Fasanenstraße in Berlin wurde Schauplatz legendärer Partys.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten musste Paul Abraham als jüdischer Komponist Deutschland und schließlich Europa verlassen. Emigriert in die USA konnte er seine künstlerischen Erfolge als Komponist und Dirigent nicht fortsetzen. Er erkrankt körperlich sowie geistig schwer.

Unfähig zu weiteren kreativen Schöpfungen kehrte Paul Abraham 1956 nach Deutschland zurück. Dort wird er ins Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf eingeliefert. Während seine Operetten wieder auf vielen Bühne gespielt werden, stirbt Paul Abraham 1960, von der Öffentlichkeit zurückgezogen, in der Obhut seiner Frau.

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