Chancengleichheit für alle: Die Neue GEMA Kulturförderung im Wandel
Zusammenfassung
- Die GEMA fördert Musikkultur jährlich mit ca. 50 Mio. EUR.
- Mit der Neuen GEMA Kulturförderung stehen diese 50 Mio. EUR künftig allen Genres gleichermaßen zur Verfügung.
- Erstmals erhalten alle Mitglieder die Chance auf eine Förderung. Im Fördermodul “Fokus Repertoire” werden bereits in der Pilotphase der neuen Förderung mindestens 5.000 Mitglieder aus verschiedensten Musikbereichen (z.B. Jazz, Hip-Hop etc.) von zusätzlichen 1.000 EUR für ihre Werke profitieren.
- Wir setzen neue kulturpolitische Förderakzente, stärken z.B. gezielt den Nachwuchs und musikalische Nischen.
- Die zeitgenössische Kunstmusik (Contemporary Classic/CCL) behält eine Sonderstellung in der GEMA mit einem exklusiven, garantierten Fördermodul von immer noch 10 % der Fördermittel. Im Vergleich zu den bisher garantierten 30 % an Fördergeldern werden weniger Mittel reserviert. Ein Novum ist, dass der Nachwuchs in den Mittelpunkt der Förderung für zeitgenössische Musik rückt. Zusätzlich kann die zeitgenössische Kunstmusik auch an allen anderen Fördermodulen teilnehmen.
Öffnung statt Abgrenzung – die neue Förderung ist genreoffen
Derzeit gehen 70 % der Fördermittel in den U-Bereich, 30 % in den E-Bereich, obwohl der E-Bereich nur rund 3 % zu den gesamten Fördermitteln beiträgt. Diese Trennung der Förderung in U und E wird zukünftig aufgehoben und es wird unterschieden in eine Allgemeine Förderung (70 % der Fördermittel) und in eine Fokusförderung (30 % der Fördermittel). An beiden Förderstrukturen können alle Genres teilnehmen, wobei in der Fokusförderung weiterhin ein Teil exklusiv für die zeitgenössische Kunstmusik reserviert ist.
Die Fokusförderung untergliedert sich in drei Fördermodule:
1. Der neue Fokus Repertoire: Digital, vielfältig, zukunftsweisend
Nach der Übergangsphase in die Neue GEMA Kulturförderung fließen ab dem Jahr 2029 9 Mio. EUR* in den Fokus Repertoire, ein neues und international einzigartiges Fördermodell für musikalische Vielfalt. So entstehen eigene Fördertöpfe für verschiedenen Genres, darunter Jazz, Hip-Hop/Rap, Pop, Kleinkunst/Liedermacher, und auch für die zeitgenössische Kunstmusik.
Der Fokus Repertoire startet mit einer Pilotphase in den Jahren 2027 und 2028. In dieser Zeit kann jedes Mitglied zunächst ein Werk pro Jahr einreichen. Schätzungsweise 1.000 EUR Fördermittel werden pro Werk vorgesehen. Nach der Pilotphase werden schrittweise Kapazitäten und Fördermittel erweitert und weitere Genres ergänzt. Zudem sind verbindliche Mindestanteile für kulturpolitische Schwerpunkte fest verankert, etwa für den Nachwuchs oder Werke in deutscher Sprache.
2. Fokus Impuls: Gezielte Impulse für besondere Produkte
Rund 1 Mio. EUR fließen in den Fokus Impuls: eine situationsbezogene Projektförderung auf Antrag. Die Förderung ist genreoffen, vorgesehen sind etwa 10.000 EUR pro Projekt. Gefördert werden Projekte, die neue kreative Ideen anstoßen und die musikalische Vielfalt stärken, wie z.B. innovative Konzertformate und mutige Experimente, die die kulturelle Landschaft lebendig halten.
3. Fokus CCL: Fördergarantie für Contemporary Classic Live
Für den heutigen Bereich der zeitgenössischen Kunstmusik, künftig Contemporary Classic (CCL), bleibt ein eigener Schutzraum in Höhe von 5 Mio. Euro* bestehen. Zusätzlich erhalten CCL-Mitglieder Zugang zu allen genreoffenen Fördermodulen, darunter die werkbezogene Förderung im Fokus Repertoire (ab 2028) und die Projektförderungen im Fokus Impuls (ab 2027). Zugleich wird CCL-Tantiemen-Aufkommen in der für alle zugänglichen künftigen “Allgemeinen Förderung” berücksichtigt, was eine weitere Förderbeteiligung für CCL im neuen Modell eröffnet. So bleibt Contemporary Classic geschützt und ist fest in die künftig breiter aufgestellte Förderlandschaft integriert.
*Schätzwerte auf Basis historischer Daten zu Fördermitteln bzw. Verteilung
Die Fokusförderung untergliedert sich in drei Fördermodule:
Nach der Übergangsphase in die Neue GEMA Kulturförderung fließen ab dem Jahr 2029 9 Mio. EUR* in den Fokus Repertoire, ein neues und international einzigartiges Fördermodell für musikalische Vielfalt. So entstehen eigene Fördertöpfe für verschiedenen Genres, darunter Jazz, Hip-Hop/Rap, Pop, Kleinkunst/Liedermacher, und auch für die zeitgenössische Kunstmusik.
Der Fokus Repertoire startet mit einer Pilotphase in den Jahren 2027 und 2028. In dieser Zeit kann jedes Mitglied zunächst ein Werk pro Jahr einreichen. Schätzungsweise 1.000 EUR Fördermittel werden pro Werk vorgesehen. Nach der Pilotphase werden schrittweise Kapazitäten und Fördermittel erweitert und weitere Genres ergänzt. Zudem sind verbindliche Mindestanteile für kulturpolitische Schwerpunkte fest verankert, etwa für den Nachwuchs oder Werke in deutscher Sprache.
Rund 1 Mio. EUR fließen in den Fokus Impuls: eine situationsbezogene Projektförderung auf Antrag. Die Förderung ist genreoffen, vorgesehen sind etwa 10.000 EUR pro Projekt. Gefördert werden Projekte, die neue kreative Ideen anstoßen und die musikalische Vielfalt stärken, wie z.B. innovative Konzertformate und mutige Experimente, die die kulturelle Landschaft lebendig halten.
Für den heutigen Bereich der zeitgenössischen Kunstmusik, künftig Contemporary Classic (CCL), bleibt ein eigener Schutzraum in Höhe von 5 Mio. Euro* bestehen. Zusätzlich erhalten CCL-Mitglieder Zugang zu allen genreoffenen Fördermodulen, darunter die werkbezogene Förderung im Fokus Repertoire (ab 2028) und die Projektförderungen im Fokus Impuls (ab 2027). Zugleich wird CCL-Tantiemen-Aufkommen in der für alle zugänglichen künftigen “Allgemeinen Förderung” berücksichtigt, was eine weitere Förderbeteiligung für CCL im neuen Modell eröffnet. So bleibt Contemporary Classic geschützt und ist fest in die künftig breiter aufgestellte Förderlandschaft integriert.
*Schätzwerte auf Basis historischer Daten zu Fördermitteln bzw. Verteilung
Spotlight: Die zeitgenössische Kunstmusik in der neuen Förderstruktur der GEMA
Die zeitgenössische Kunstmusik (Contemporary Classic/CCL) behält eine Sonderstellung in der GEMA mit garantierter Förderbeteiligung. Die GEMA bekennt sich ausdrücklich zu einer Fortführung dieser besonderen Förderung, allerdings mit reduzierten Mitteln. Denn die bisherigen Förderstrukturen haben dazu geführt, dass im E-Bereich immer mehr Fördermittel auf immer weniger Beteiligte verteilt wurden. Diese Entwicklung wird durch die Neuausrichtung korrigiert und die Fördermittel wieder breiter zugänglich gemacht. Diese Umschichtung der Fördermittel bringt teilweise spürbare Einschnitte für Mitglieder mit sich, die bisher stark vom exklusiven Förderfokus profitiert haben.
Ein Novum ist, dass der Nachwuchs in den Mittelpunkt der Förderung für zeitgenössische Musik rückt. Durch den neuen Ansatz entstehen erstmalig Förder-Chancen für alle. Bei gleichbleibenden finanziellen Mittel schafft die GEMA Raum für Vielfalt, Breite und Nachwuchs.
Der Bereich CCL erhält im neuen Modell weiterhin rund die Hälfte seiner bisherigen besonderen Fördermittel. Dies verdeutlicht folgende Grafik:
Um die Wirkungsweise der neuen Kulturförderung für Beteiligte im Bereich CCL zu veranschaulichen, wurden Simulationen erstellt, bewusst ohne die zusätzlichen Chancen aus Fokus Repertoire und Fokus CCL.
Die Ergebnisse zeigen daher nur den Kerneffekt der neuen Verteil- und Förderlogik innerhalb von CCL und nicht die weiteren Chancen im Rahmen der neuen Förderprogrammatik insgesamt.
DIE SIMULATION ZEIGT FOLGENDE TENDENZEN:
Die beschriebenen, gegenüber dem heutigen E-Wertungsverfahren reduzierten CCL-Fördermittel führen bei etablierten E-Urhebern im Regelfall zu einem Rückgang des Förderfaktors, während der CCL-Nachwuchs deutlich profitiert. Das Tantiemenaufkommen ist im Durchschnitt zwar leicht rückläufig - aktives zeitgenössisches Repertoire kann jedoch von der neuen CCL-Direktverteilung profitieren.
Im Bereich der E-Verlage kommt es aufgrund der häufig größeren Repertoirebreite im Durchschnitt zu geringeren Rückgängen als im Urheberbereich. Bei diesen Verlagen liegt der aktuelle Förderfaktor bei unter 1, so dass der Rückgang der CCL-Fördermittel im Gesamtaufkommen weniger stark wirkt (ca. -36 % Gesamteffekt 2030). Auch hier kann die Direktverteilung zu einem gestärkten Tantiemenaufkommen führen.
Gleichzeitig schützt die Neue GEMA Kulturförderung die Solidargemeinschaft vor solchen Beteiligten, welche das etablierte System der E-Verteilung und E-Wertung mit festgestellten Falschangaben auszunutzen versuchen, und führt dort systembedingt zu erheblichen Rückgängen von ca. 90 %.
Fazit: Ein ausgewogenes Modell mit Chancen für alle
Die Neue GEMA Kulturförderung eröffnet Chancen für alle Mitglieder und stärkt Vielfalt, Breite und den Nachwuchs. Gleichzeitig wird dem Bereich Contemporary Classic (CCL), trotz Umschichtungen, die neue Freiräume schaffen, in seiner Besonderheit Rechnung getragen.
Die freiwerdenden Mittel hingegen stärken die Vielfalt, eröffnen in der Breite Markteintrittschancen, fördern gezielt den Nachwuchs und ermöglichen kulturpolitische Akzente, etwa für Werke in deutscher Sprache oder audiovisuelle Produktionen. Darüber hinaus sichert die neue Förderarchitektur der GEMA den langfristigen Fortbestand einer insgesamt spürbaren Förderung.
Kurz gesagt: Die Reform öffnet die Förderung genreübergreifend, schafft neue Chancen und behält Contemporary Classic weiterhin im Blick. Nur mit dieser Neuausrichtung kann die GEMA auch in den kommenden Jahren verlässlich und stabil die Musikkultur fördern und stärken.
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