Über die GEMA

Das Akronym „GEMA“ steht für „Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte“. Die GEMA ist eine Verwertungsgesellschaft, die eine treuhänderische Vermittlerrolle ausfüllt. Sie nimmt die Urheberrechte wahr, die ihre Mitglieder (Komponisten, Textdichter, Musikverleger) ihr übertragen haben und stellt sie dem Musiknutzer gegen eine Vergütung zur Verfügung.

Als staatlich anerkannte Treuhänderin verwaltet die GEMA die Rechte von über 65.000 Mitgliedern sowie über zwei Millionen ausländischen Berechtigten und sorgt dafür, dass das geistige Eigentum von Musikschaffenden geschützt und sie für die Nutzung ihrer Werke angemessen entlohnt werden. Dazu gehört auch, sich national und international für die Rechtsfortbildung des Urheberrechts einzusetzen. Ohne das Urheberrecht könnte der schöpferische Mensch seine Kreativität nicht entfalten und wäre letzten Endes seiner Existenzgrundlage beraubt. Insofern ist die GEMA auch eine Schutzorganisation für den schöpferischen Menschen.

In ihrer Arbeit im Dienste der Musikschaffenden kann die GEMA auf langjährige Erfahrungen zurückblicken. Bereits 1903 wurde mit der „Deutschen Anstalt für musikalisches Aufführungsrecht“ (AFMA) eine Vorläuferorganisation der GEMA und die erste Verwertungsgesellschaft Deutschlands gegründet. Die GEMA hat die Rechtsform eines wirtschaftlichen Vereins und steht unter der Aufsicht des Deutschen Patent- und Markenamtes sowie des Bundeskartellamtes.

Zu den Organen der GEMA gehören die Mitgliederversammlung, der Aufsichtsrat und der Vorstand. Die Mitgliederversammlung findet in der Regel einmal jährlich statt - und zwar abwechselnd in Berlin und München. Bei den Mitgliederversammlungen sind alle ordentlichen GEMA-Mitglieder sowie die Delegierten der außerordentlichen und angeschlossenen Mitglieder teilnahmeberechtigt. Als oberstes Organ der GEMA hat allein diese Mitgliederversammlung das Recht, Änderungen der Satzung, des Verteilungsplans und des Berechtigungsvertrags zu beschließen.

Zudem wählt dieses Gremium alle drei Jahre einen Aufsichtsrat, der aus sechs Komponisten, vier Textdichtern und fünf Musikverlegern besteht. Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem die Bestellung, Abberufung und die Aufsicht über den Vorstand. Der Vorstand wiederum führt die Geschäfte der GEMA. Er ist verpflichtet, dem Aufsichtsrat und der Mitgliederversammlung einen Geschäftsbericht vorzulegen.

Unsere Mitglieder sind Komponisten, Textdichter und Musikverleger (sowie ggf. deren Rechtsnachfolger). Sie haben nicht nur vor über 100 Jahren die erste deutsche Verwertungsgesellschaft aus der Taufe gehoben, sie bestimmen auch heute noch, wie ihre GEMA zu funktionieren hat. Oder anders ausgedrück: Die GEMA – das sind die Mitglieder selbst.

Alle Einnahmen schüttet die GEMA nach Abzug der Verwaltungskosten an die berechtigten inländischen und über unsere Schwestergesellschaften an ausländischen Musikurheber aus. Außerdem betreibt sie Kulturförderung. Die nicht verteilbaren Einnahmen aus den Rechten i. S. d. § 30 VGG werden wie andere unverteilbare Beträge nach § 30 des Verteilungsplans der GEMA in der von der Mitgliederversammlung 2016 beschlossenen Fassung für soziale und kulturelle Zwecke bereitgestellt. Gewinn erzielt die GEMA übrigens nicht – dies ist nach der Satzung ausgeschlossen.

Aufnahmegebühren und Mitgliedsbeiträge werden, nach Abzug von 10 % für soziale und kulturelle Zwecke, für die Finanzierung der allgemeinen Kosten der Rechtewahrnehmung zur Verfügung gestellt.

Für die Finanzierung der Inanspruchnahme individueller Verwaltungsleistungen durch Berechtigte setzt der Vorstand im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat Verwaltungsgebühren in angemessener Höhe fest. Die Verwaltungsgebühren sind zu veröffentlichen.

Die Kosten aus Beteiligungen an Unternehmen und die Kosten aus Leistungen der GEMA für Dritte wie der Übernahme von Mandaten von anderen Verwertungsgesellschaften und sonstigen Rechteinhabern werden mit den jeweiligen Einnahmen verrechnet.

In den Sparten der Rechte der Vervielfältigung und Verbreitung (ohne die Sparten der Nutzungsbereiche Online und Ausland) wird von den Einnahmen eine Kommission von bis zu 25 % berechnet. Dies gilt auch für Einnahmen aus gesetzlichen Vergütungsansprüchen, die diesen Sparten zugewiesen sind. Die Höhe der Kommission wird von Aufsichtsrat und Vorstand einvernehmlich festgelegt.

In den Sparten des Nutzungsbereichs Online wird von den Einnahmen eine einheitliche Kommission von bis zu 15 % berechnet. Der Kommissionssatz wird von Aufsichtsrat und Vorstand einvernehmlich festgelegt.

Von den Einnahmen, die die GEMA für Auslandsnutzungen ihres Repertoires aufgrund von Repräsentationsvereinbarungen mit anderen Verwertungsgesellschaften erzielt, wird eine gesonderte Kommission berechnet, deren Höhe von Aufsichtsrat und Vorstand einvernehmlich festgelegt wird.

Im Übrigen werden die Kosten der GEMA durch Anwendung eines pro Geschäftsjahr ermittelten einheitlichen Kostensatzes auf die Einnahmen in den Sparten der Rechte der öffentlichen Wiedergabe (ohne die Sparten des Nutzungsbereichs Online und die für Auslandsnutzungen aufgrund von Repräsentationsvereinbarungen mit anderen Verwertungsgesellschaften erzielten Einnahmen) gedeckt.

In den Sparten der Rechte der öffentlichen Wiedergabe mit Ausnahme der Sparte A (Ausland) werden 10 % der nach Abzug der Kosten zur Verfügung stehenden Einnahmen für soziale und kulturelle Zwecke bereitgestellt. Soweit die GEMA Rechte für eine andere Verwertungsgesellschaft für musikalische Urheberrechte wahrnimmt, erfolgt der 10%-Abzug nach Maßgabe der jeweiligen Repräsentationsvereinbarung.

Von den Aufnahmegebühren und Mitgliedsbeiträgen werden jeweils 10 % für soziale und kulturelle Zwecke bereitgestellt.

Zinserträge, Konventionalstrafen und andere unverteilbare Beträge werden für soziale und kulturelle Zwecke bereitgestellt. Wenn die Kosten für die Verteilung in keinem Verhältnis zur Einnahme stehen, kann die GEMA mit Zustimmung des Aufsichtsrates die betreffenden Einnahmen als unverteilbar behandeln.

Die GEMA erzielt keinerlei Gewinn - dies ist nach der Satzung ausgeschlossen. Sie schüttet alle Einnahmen nach Abzug der Verwaltungskosten an die Musikurheber, die Mitglied einer Verwertungsgesellschaft sind und deren Rechte genutzt wurden,  im In- und Ausland aus.

Die GEMA betreibt eine ganze Reihe von kulturellen Aktivitäten. Zu den kulturellen Engagements gehört unter anderem die Verleihung des Deutschen Musikautorenpreises, der seit 2009 jährlich in Berlin vergeben wird. Mit diesem Preis sollen die Wahrnehmung des kreativen Schaffensprozesses und dessen kulturelle Bedeutung in der Öffentlichkeit gefördert werden. Mit der Initiative Musik, einer Fördereinrichtung der Bundesregierung, unterstützt die GEMA ein weiteres kulturell bedeutendes Projekt. Die Initiative Musik hat sich zum Ziel gesetzt, den Musiknachwuchs zu fördern. Genauso wie das Projekt Talented, das ebenfalls von der GEMA unterstützt wird. Eine Auswahl weiterer Förderaktivitäten finden Sie hier.

Die GEMA-Stiftung ist eine als mildtätig und gemeinnützig anerkannte öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts. Neben ihrer Tätigkeit als Interessenvertreterin der Musikschaffenden nimmt die GEMA - u.a. über die GEMA-Stiftung - auch einen vom Gesetzgeber erteilten Kultur- und Sozialauftrag wahr, der sowohl in der Satzung als auch im Verteilungsplan verankert ist. Neben ihren kulturellen Aktivitäten unterstützt die GEMA in diesem Zusammenhang bedürftige Mitglieder – zum Beispiel durch zweckgebundene Ausbildungsbeihilfen. Dies geschieht durch die GEMA-Stiftung sowie andere der GEMA nahe stehende Organisationen. Durch diese Förderungen will die GEMA die kreative Vielfalt der Schöpfer musikalischer Werke auch in Zukunft sichern.

Von der GEMA geschlossenen Repräsentationsvereinbarungen (Stand: 01.06.2016)

I. Verträge mit inländischen Verwertungsgesellschaften
1. Vereinbarung über das Inkasso der GEMA für die GVL
2. Vereinbarung über das Inkasso der GEMA für die VG Media
3. Vereinbarung über das Inkasso der GEMA für die VG Musikedition I (Musikschulen)
4. Vereinbarung über das Inkasso der GEMA für die VG Musikedition II (Vorschulische Einrichtungen)
5. Vereinbarung über das Inkasso der VG Musikedition für die GEMA
6. Vereinbarung über das Inkasso der GEMA für die VG Wort I (Öffentliche Wiedergabe von Sendungen)
7. Vereinbarung über das Inkasso der GEMA für die VG Wort II (Vertonung)
8. Vereinbarung über das Inkasso der VG Wort für die GEMA (Lesezirkel)
9. Vereinbarung über das Inkasso der GEMA für die VG Wort III (Ladenklausel)
10. Vereinbarung über das Inkasso der GEMA für die Zentralstelle für die Wiedergabe von Fernsehwerken (ZWF)
11. Vereinbarung über das Inkasso der GEMA für die GWFF (Private Vervielfältigung)
12. Vereinbarungen über das Inkasso der GEMA für die AGICOA-Deutschland, die GVL, die GÜFA, die VFF, die VG Bild-Kunst, die VGF und die VG Wort (Kabelweitersendung)
13. Vereinbarungen über das Inkasso der GEMA für die VG WORT, die VG Bild-Kunst, die GÜFA, die GWFF, die VGF und die GVL (§ 27 UrhG)

II. Verträge mit ausländischen Verwertungsgesellschaften und Inkassoorganisationen
Im GEMA-Jahrbuch finden Sie die Aufstellung ab Seite 221.

Die ZPÜ (Zentralstelle für private Überspielungsrechte) ist ein Zusammenschluss deutscher Verwertungsgesellschaften. Aufgabe der ZPÜ ist es, von den Herstellern von Leermedien und Speichergeräten in Deutschland Vergütungen einzuholen, damit den Urhebern kopierter Inhalte ein Teil der ihnen entstehenden Ausfälle erstattet werden kann. Von dieser gesetzlichen Regelung betroffene Geräte und Medien sind zum Beispiel DVD-Brenner, USB-Sticks oder CD-Rohlinge. Die ZPÜ schüttet ihre Einnahmen an ihre Gesellschafter aus. Nach einem definierten Verteilungsschlüssel schütten die Verwertungsgesellschaften diese Vergütungen anschließend an ihre Mitglieder aus.

Nein, die GEZ, die im Übrigen längst „ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice“ heißt, ist eine öffentlich-rechtliche, nicht rechtsfähige Gemeinschaftseinrichtung der in der Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ARD) zusammengeschlossenen Landesrundfunkanstalten, des ZDF und des Deutschlandradio zum Zwecke des Einzugs der Rundfunkbeiträge nach dem Rundfunkbeitragsstaatsvertrag. Die GEMA hingegen ist ein wirtschaftlicher Verein zur Wahrnehmung und Verwertung der Rechte der Musikurheber.

Um die Kunden bei der Lizenzierung öffentlicher Musikwiedergaben optimal betreuen zu können, bietet die GEMA einen zentralen Kundenservice. Mit dem bundesweiten GEMA KundenCenter haben Musiknutzer einen zentralen Ansprechpartner innerhalb der GEMA.

Adresse: GEMA KundenCenter, 11506 Berlin
Telefon: 030 588 58 999
Telefax: 030 212 92 795
E-Mail: kontakt@gema.de

Für Beschwerden i.S.d. § 33 VGG sind in Satzung und Verteilungsplänen Beschwerdeverfahren vorgesehen. Unter den Voraussetzungen der §§ 92-94 VGG kann die Schiedsstelle angerufen werden.

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