Vom 5. bis 7. Mai 2026 kamen rund 1.200 Mitglieder aus Komposition, Text und Musikverlagen in den Berliner Atelier Gardens zur jährlichen Mitgliederversammlung zusammen. Im Zentrum standen richtungsweisende Entscheidungen zur kulturellen Förderung sowie zentrale Zukunftsfragen des kreativen Schaffens – von Künstlicher Intelligenz bis zur Dynamik des Streaming-Markts. Als wirtschaftlicher Verein gestaltet die GEMA diese Entwicklungen demokratisch: durch die Entscheidungen ihrer Mitglieder, die über Verteilungsfragen und die Rahmenbedingungen eines fairen Musikmarkts mitbestimmen. Begleitet wurde die Mitgliederversammlung von einem vielfältigen Programm aus Networking-Formaten, fachbezogenen Workshops und Panels sowie der Verleihung des Fred Jay Preises im Rahmen des Mitgliederfestes. Mit diesem Format hat sich die Veranstaltung erneut als zentraler Branchentreff für Austausch, Vernetzung, Debatte und Zukunftsgestaltung etabliert.
„Mit der diesjährigen Mitgliederversammlung hat die GEMA gezeigt, dass sie zusammensteht, wenn es darauf ankommt, und dass sie in der Lage ist, bedeutsame Entscheidungen zu treffen. Das wird wichtig sein, denn angesichts der Herausforderungen, vor denen die Musikbranche steht, müssen wir die dringlichen, zukunftsrelevanten Entscheidungen beherzt treffen und mögliche Untersicherheiten durch Vertrauen ineinander aushalten“, so Dr. Tobias Holzmüller, CEO der GEMA. „Der persönliche Austausch in Berlin hat mir einmal mehr verdeutlicht: Nur als starke Gemeinschaft können wir die Zukunft der Musik gestalten und die Interessen der Kreativen nachhaltig sichern.“
Bundesjustizministerin Dr. Stefanie Hubig, die im Rahmen der Hauptversammlung zu Gast war, bekannte sich klar zum Schutz kreativer Leistungen im digitalen Zeitalter. „Maschinen können Inhalte generieren - Inhalte schöpfen können aber nur Menschen. Deshalb bleibt der Mensch das Maß der Dinge. Unsere Gesetze müssen das widerspiegeln - das Recht muss sich weiterentwickeln. Wenn KI-Systeme mit den Werken von Menschen trainiert werden, dann müssen diese dafür angemessen vergütet werden. In Fragen von KI und Urheberrecht steht das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz an der Seite der GEMA.“
Mitglieder entscheiden Neuausrichtung der kulturellen Förderung mit großer Mehrheit
Im Vorfeld der diesjährigen Mitgliederversammlung waren die Überlegungen zu einer Neuordnung der kulturellen Förderung kontrovers diskutiert worden. Mit einer deutlichen Zweidrittel-Mehrheit stimmten die Mitglieder nun dem Antrag von Aufsichtsrat und Vorstand zu. Mit der Neuen GEMA Kulturförderung soll die bisherige Trennung der Förderung in die Bereiche E und U geöffnet und in eine genreübergreifende Förderung überführt werden. Dadurch eröffnen sich neue Chancen für die Mitglieder, insbesondere den Nachwuchs, und die Kontinuität der Förderung kann gesichert werden. Nun liegt der Fokus auf der konkreten Ausarbeitung der Umsetzungsplanung. Bis 2030 ist ein schrittweiser Übergang in die neue Förderlandschaft geplant.
„Die geringen Verdienste im Streaming, die Disruption durch neue Technologien und die wachsende Internationalisierung – all das stellt unsere Mitglieder jeden Tag vor die Herausforderung, wie sie von ihrem künstlerischen Schaffen leben können. Kulturelle Förderung muss deshalb die Vielfalt kreativen Schaffens in der Breite stärken. Mit ihrer Kulturförderung will die GEMA gestalten, die Fördermittel gezielt wieder dort einsetzen, wo sie echte Wirkung entfalten: bei besonderem Repertoire in allen Genres, bei Innovation und beim Nachwuchs. Sie ermöglicht künstlerische Entwicklung, um Vielfalt auch langfristig zu sichern – gerade dort, wo Marktmechanismen allein zu kurz greifen“, so Georg Oeller, Mitglied des Vorstands der GEMA. „Uns ist bewusst, dass die vorgeschlagenen Veränderungen unterschiedlich bewertet werden. Umso wichtiger ist es, den weiteren Weg im Dialog mit allen Mitgliedern zu gestalten und gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln.”
„Die Zukunft der GEMA entscheidet sich daran, ob wir heute die richtigen Weichen für morgen stellen“, sagt Dr. Ralf Weigand, Aufsichtsratsvorsitzender der GEMA. „Unser Ziel ist es, das Repertoire unserer Mitglieder zu stärken, weiterzuentwickeln und auch unter veränderten Marktbedingungen sichtbar zu halten. Die Neue Kulturförderung der GEMA ist dabei im internationalen Vergleich einzigartig und ermöglicht weiterhin eine substanzielle Förderung kreativen Schaffens. Vielen Dank für das Vertrauen der Mitglieder, diesen Weg gemeinsam weiterzugehen.“
Creator-Summit eröffnet GEMA Mitgliederversammlung
Bereits zum Pre-Opening der Mitgliederversammlung setzte die GEMA mit dem ersten Creator Summit ein neues Veranstaltungsformat um, das über 100 Teilnehmende anzog. Der Summit griff ein Thema auf, das für Musikschaffende zunehmend an Bedeutung gewinnt: In einer von Plattformen und digitaler Aufmerksamkeit geprägten Musikbranche werden Online-Präsenz, Community-Building und digitale Vermarktung immer stärker zu entscheidenden Erfolgsfaktoren. Mit dem Creator Summit brachte die GEMA erstmals Musikschaffende, Content Creator, Social-Media-Expertinnen und -Experten sowie Akteurinnen und Akteure der Musikbranche gezielt zusammen, um praxisnah über Reichweitenaufbau, Plattformstrategien und neue Formen der Sichtbarkeit zu diskutieren. Neben Panels, Insights und konkreten Tools stand vor allem der persönliche Austausch im Mittelpunkt.
Vielfältiges Programm mit Panels, Workshops und politischem Dialog
GEMA Mitglieder konnten an einer Vielzahl fachbezogener Panels und Workshops teilnehmen und sich zu Themen wie Filmmusik, Songwriting Essentials, der GEMA Sozialkasse sowie zur Entwicklung von Konzerten und Festivals in Deutschland bis 2035 informieren und austauschen.
Beim politischen Panel am Mittwochabend mit dem Titel „KI trifft Kreativität – Wem gehört die Musik von morgen?“, diskutierten Awet Tesfaiesus von den Grünen, David Schliesing von den Linken sowie Anja Kathmann von der GEMA und Christopher Wieduwilt von AIMusicpreneur miteinander. Moderatorin des Panels war Songwriterin und diesjährige Gewinnerin des Lyrikon Ela Steinmetz. An zahlreichen Infoständen standen zudem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GEMA für Fragen zur Verfügung.
GEMA Ehrennadel für Ansgar Heveling
Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurde der langjährige Bundestagsabgeordnete Ansgar Heveling (CDU) mit der GEMA Ehrennadel geehrt. Diese Auszeichnung richtet sich an Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um die Musikkultur und das Urheberrecht in Deutschland verdient gemacht und die Interessen der von der GEMA vertretenen Komponistinnen und Komponisten, Textdichterinnen und Textdichter sowie Musikverlage nachhaltig unterstützt haben. Ansgar Heveling nahm die Auszeichnung persönlich in Berlin entgegen.
Mitgliederfest und Fred Jay Preis: Festlicher Abend bringt Musikbranche zusammen
Am Abend des ersten Tages der Mitgliederversammlung lud die GEMA erneut zum traditionellen Mitgliederfest mit Verleihung des Fred Jay Preises ein. Zahlreiche Musikschaffende nutzten den Abend, um in besonderer Atmosphäre zusammenzukommen, Kontakte zu pflegen und sich persönlich auszutauschen. Höhepunkt der Veranstaltung war die Ehrung des Sängers Jan Plewka, der für sein langjähriges künstlerisches Schaffen mit dem Fred Jay Preis geehrt wurde. Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde von Dr. Michael J. Jacobson, Sohn des Namensgebers Fred Jay, überreicht. Die Laudatio hielt Komponist und Schauspieler Johannes Gwisdek.
Die GEMA vertritt in Deutschland die Urheberrechte von über 100.000 Mitgliedern (Komponistinnen und Komponisten, Textdichterinnen und Textdichter, Musikverlage) sowie von über zwei Millionen Rechteinhaberinnen und Rechteinhabern aus aller Welt. Sie ist weltweit eine der größten Autorengesellschaften für Werke der Musik.
Hinweis an die Medien
Pressematerial finden Sie ab morgen im digitalen Mediencenter unter: https://www.gema.de/pressekit2026
- Video: Rede des GEMA CEO Dr. Tobias Holzmüller
- Fotos zum Download von den Versammlungstagen, vom Mitgliederfest und Fred Jay Preis
Hier finden Sie Informationen und Updates zum Thema „Die Neue GEMA Kulturförderung”