, Die GEMA

Tag der Musik 2022: #MusikIstFrieden

Der Tag der Musik findet jährlich auf Initiative des Deutschen Musikrates statt. An diesem Tag feiern Musikerinnen, Musiker und Musikbegeisterte die Vielfalt des Musiklebens bundesweit. Der diesjährige Tag der Musik steht im Zeichen des Friedens und wird von der Kampagne „Musik ist Frieden“ begleitet.

Musikschaffende und Persönlichkeiten aus Politik und Kultur setzen Zeichen für Freiheit, Demokratie und Frieden. Die Kampagnenbeiträge werden rund um den 21. Juni fortlaufend auf der Website und den Social-Media-Kanälen des Deutschen Musikrates veröffentlicht.

 

 

 

 

„Musik ist eine universelle Sprache, die Menschen unterschiedlicher Kulturen zu verbinden vermag. Sie baut Brücken, schafft Dialoge und Gemeinsamkeiten. Musik spendet Trost, vermittelt Kraft und mitunter auch Zuversicht. Das Motto des heutigen Tags der Musik ist daher gut gewählt: Musik ist Frieden.
Die GEMA solidarisiert sich mit allen Kreativschaffenden, die sich gegen den Krieg einsetzen und insbesondere mit denen, die gegenwärtig unter der Invasion Russlands in die Ukraine zu leiden haben. Mit unseren Schwestergesellschaften unterstützen wir Kulturschaffende in den betroffenen Gebieten. Umso mehr freut es mich, dass zahlreiche Musikschaffende, darunter viele GEMA Mitglieder, zum Tag der Musik über ihre Texte, Kompositionen und gemeinsames Musikmachen einmal mehr ein Zeichen für den Frieden setzen.“

– Dr. Harald Heker, Vorstandsvorsitzender der GEMA

 

 


Die GEMA hat zum Tag der Musik ihre Mitglieder aufgerufen, eigene Gedanken und Songs zum Thema Frieden zu teilen:

 

 

Barbara Zanetti – Die Zeit

https://youtu.be/2izJN4BD9cs

„In diesen unwirklichen Zeiten ist Musik einmal mehr der Versuch, die Menschen in ihrem Innersten zu berühren und zu verbinden. Eine wichtige Botschaft, die jenseits aller Grenzen weltweit verstanden werden dürfte, denn wir alle Sprechen eine Sprache – Musik!“


90 GRAD & Friends – No Hate No War

https://youtu.be/Ku82Wq-oXrk

90 Grad, das sind Gitta Lüdicke und Stefan Langner. Ihr Programm ist eine bunte Mischung eigener Songs aus dem Genre Pop und Schlager. Viele der Titel besitzen einen Bezug zu ihrer Heimat, dem Harz. In „No Hate No War“ bezieht das Duo eindeutig Stellung gegen jede Art von Krieg und Gewalt. Diese Meinung teilen sie mit vielen befreundeten Musikerinnen und Musikern.

 


Netzwerk Kindermusik – Frieden Frieden

Song anhören

https://youtu.be/wOwJ-gnxUsM

Kinder haben das Recht, in Frieden aufzuwachsen. Das Netzwerk Kindermusik e.V. unterstreicht diese Forderung mit einem gemeinsamen musikalischen Statement. Frieden, Frieden, Frieden - dort und hier! Den Song „Frieden Frieden“ hat Suli Puschban hat angesichts des Krieges in der Ukraine geschrieben und gemeinsam mit einigen Mitgliedern des Netzwerks aufgenommen.


Eddi Hüneke – Friedenslied 2022

https://www.youtube.com/watch?v=PZ7x1wdor2s

„Was kann ein Pop-Liedermacher schon tun, wenn ein Krieg ausbricht? Eigentlich nur eins: ein Friedenslied schreiben. Denn spätestens seit der Invasion am 24. Februar 2022 ist klar: Die Zeit für Friedenslieder ist noch lange nicht vorbei.“


Ursi Fischer – Liberty

Song anhören

"Die Idee für den Text kam mir schon zu Zeiten des Krieges im ehemaligen Jugoslawien 1994. Der Inhalt ist leider immer noch aktuell. Ich habe viersprachige Refrains in Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch einfließen lassen."


Soundmixschmiede Berlin – Children Of The Earth

https://youtu.be/v6ABedkYamI

„Meine Idee zu dem Song entstand bereits Ende 2015, wo mich auch die Konflikte in Syrien einschließlich der Flüchtlingssituation sehr bewegt hatten. Unser Plan war eigentlich, den Song für eine Bewerbung beim Eurovision Song Contest zu verwenden, was aber aus verschiedenen Gründen bisher leider nicht umgesetzt werden konnte. Der Text ist in Zusammenarbeit mit Ingo Clemenz entstanden. Anlässlich der aktuell sich leider zuspitzenden Krisensituationen habe ich mich dafür entschieden, den Song jetzt zu veröffentlichen. Unsere Botschaft sollte klar zu erkennen sein: Wir sind alles Kinder dieser Erde und der einzige Schlüssel für den Frieden ist die (Nächsten-)Liebe. Bitte nimm meine Hand und lass mich dein Freund sein!“


Chili Notes – Four Colours

https://www.youtube.com/watch?v=hKtGwHCMrOk

Mit seinem instrumentalen Beitrag will der Musikverlag Chili Notes ein Zeichen für Frieden, Freiheit und Demokratie setzen. In dem kurzen Clip wird gezeigt, was Musik und Zusammenhalt alles Positives bewirken an: vom spielenden Lernen bis zum Schaffen einer Gemeinschaft. 


Tiere auf der Fahrbahn - Mockingbird (My King Bird)

https://www.youtube.com/watch?v=Hotrk6R3Jh4


„Musik ist Frieden“ – seit jeher setzen sich Musikschaffende in ihren Liedern mit den Kriegen dieser Welt auseinander. Viele Songs begleiten uns schon seit Jahrzehnten, teilweise wurden sie nun von ihren Urheberinnen und Urhebern an die aktuellen Entwicklungen in Russland und der Ukraine angepasst. Hören Sie selbst:  


1. Sting, „Russians“

(Text: Sting / Musik: Sergei Prokofjew, Sting)

37 Jahre nach der Erstveröffentlichung hat Sting die Antikriegsballade 2022 neu in einer Version mit Gitarre und Cello aufgenommen und äußert auf diese Weise seine Empörung über den Krieg. Die Erlöse spendet der Sänger an eine ukrainische Hilfsorganisation.


2. Scorpions, „Wind Of Change“

(Text und Musik: Klaus Meine)

Der eigentlich als Begleitsong zum Fall des Eisernen Vorhangs gedachte Rockklassiker wurde inzwischen umgetextet, weil er laut Leadsänger Klaus Meine so nicht mehr in die Zeit passe. Die neue Version ist eine Solidaritätserklärung für die Ukraine.


3. Daniel Donskoy, „Net Vojne“

(Text: Daniel Donskoy / Musik: Daniel Donskoy, Simon N'golo Zerbo)

Der in Moskau geborene Berliner Sänger und Schauspieler hat einen russischen Vater, seine Mutter stammt aus der Ukraine. In seinem Song, der auf deutsch übersetzt „Nein zum Krieg“ heißt, stellt er sich klar gegen Putins Kriegspropaganda und erreicht damit auch viele seiner russischen Instagram-Follower.


4. Maybebop, „Lied vom Nicht-Verstehen“

(Text und Musik: Maybebop)

„Der Mensch ist nicht dafür gemacht, alles zu verstehen“, kommentiert Bandmitglied Oliver den Song, der ursprünglich 2017 releast wurde und 2022 mit neuen Lyrics zur Corona-Krise und zum Ukraine-Krieg ergänzt wurde.

 

5. Santiano, „Du machst mir Mut“

(Text: Lukas Hainer, Hartmut Krech, Mark Nissen, Johannes Braun / Musik: Hartmut Krech, Mark Nissen, Johannes Braun)

Im März veröffentlichte Santiano den Song mit Ukrainischen Untertiteln – für die Menschen im Kriegsgebiet und für alle, die sich mit ihnen solidarisieren. Die Botschaft der Band: „Mit dem Mut ist es vielleicht wie mit der Hoffnung oder der Liebe. Auch er wird mehr, wenn wir ihn teilen. Lasst uns einander mehr Mut machen.“

 

6. Pink Floyd, „Hey Hey Rise Up“

(Text: Stepan Tscharnezkyj / Musik: David Gilmour, Andrij Chlywnjuk, Stepan Tscharnezkyj)

In Zusammenarbeit mit dem ukrainischen Sänger Andriy Khlyvnyuk setzt die Band nach 28 Jahren Schaffenspause mit ihrem neuen Song ein klares Zeichen gegen den Ukraine-Krieg. Alle Erlöse werden einem Hilfsfonds gespendet.

 

7. Marius Müller-Westernhagen, „Freiheit“

(Text und Musik: Marius Müller-Westernhagen)

Gegen den häufigen Einsatz seines Klassikers auf Querdenker-Demos klagte der Sänger erfolgreich. Auf dem Friedenskonzert am Brandenburger Tor im März 2022 performte er dann seine Friedenshymne als deutliches Zeichen gegen den Krieg in der Ukraine.

 

8. Udo Lindenberg, „Wozu sind Kriege da?“ & „Wir ziehen in den Frieden“

(Text und Musik: Udo Lindenberg) & „Wir ziehen in den Frieden“ (Text: Udo Lindenberg, Beatri-ce Reszat, Sera Finale, Robin Grubert, Fabian Wege, Alexander Zuckowski / Musik: Alexander Zuckowski, Robin Gruber, Beatrice Reszat)

Nach Angaben des 76-jährigen Sängers wird seine kommende Tournee ganz im Zeichen des Friedens stehen. Zusammen mit den „Kids On Stage“ möchte er dann die beiden Songs „Wir ziehen in den Frieden“ und „Wozu sind Kriege da?“ auf der Bühne performen.

 

9. Capital Bra, „Kein Krieg in der Ukraine“ & „Stop Wars“ (feat. Kontra K)

(Text und Musik: Capital (Bra)) & „Stop Wars“ feat. Kontra K (Text: Maximilian Tibor Albert Diehn, Christian Stretsov, Capital Bra / Musik: Baris Korkmaz)

Noch unter dem Namen „Capital“ veröffentlichte der in Russland geborene und in der Ukraine aufgewachsene Rapper nach der Annektion der Krim den Track „Kein Krieg in der Ukraine“. Nach dem Kriegsausbruch in der Ukraine tat er sich mit Kontra K für ein neues Projekt zusammen – das Ergebnis: „Stop Wars“, dessen Erlöse an die Caritas in den Kriegsgebieten fließt.

 

10. Silbermond, „Weiße Fahnen“

(Text und Musik: Thomas Stolle, Stefanie Kloss, Johannes Stolle, Andreas Jan Nowak)

Beim großen Friedensevent „Sound of Peace“ in Berlin performte die Band diesen 2012 veröffentlichten Song, in dem es um einen 10-jährigen Kindersoldaten geht.

 

 Zum Tag der Musik hat die GEMA mit der Ukrainerin Olha Rubtsova gesprochen. Wie die Pianistin und Chorleiterin durch den Krieg in ihrer Heimat nach München kam und dort wieder angefangen hat, live aufzutreten:

„Wer sein Leben retten will, muss in Kauf nehmen, alles zu verlieren.“

Für Schwule, Lesben und Transpersonen war das Leben in der Ukraine bereits vor dem Krieg nicht einfach. Davon weiß auch die Olha Rubtsova – im wahrsten Sinne des Wortes – ein Lied zu singen: Sie leitet in Odessa den ersten schwul-lesbischen Chor der Ukraine. Inzwischen lebt Olha als Kriegsflüchtling in München. Beim Eröffnungsabend des Monaccord Chor- und Musikfestivals am 16. Juni sorgte sie für einen der emotionalsten Momente.

„Die Musik hilft mir zwar, mit allem leichter fertig zu werden. Aber es fällt mir immer noch schwer, zu singen und Spaß zu haben, wenn andere das gerade nicht können. Dann fühle ich mich schuldig. Weil ich hier bin und am Leben.“ Bei diesen Worten von Olha Rubtsova konnte man in der mit über 800 Besucherinnen und Besuchern besetzten Alten Kongresshalle in München eine Stecknadel fallen hören.

„Ich fühle mich schuldig, weil ich am Leben bin.“

Olhas Leidenschaft galt schon immer der Musik. Nach dem Abschluss als Pianistin an einer Musikschule wollte sie gleich weiterstudieren: Gesang am Konservatorium. Doch die erhoffte Unterstützung von Seiten ihrer Familie blieb aus. Parallel engagierte sich Olha ehrenamtlich im LGBTQ Center in Odessa. Und genau dort kam die Musik dann doch noch zu ihr: mit QWERTY QUEER, dem ersten Chor für Lesben, Schwule, Bi und Transpersonen in der Ukraine, den sie seit 2014 leitet.

Acht Jahre später kam der Krieg und veränderte alles. Im Frühjahr 2022 floh Olha mit ihrer Lebensgefährtin nach München. „Eigentlich bin ich in einer glücklichen Situation. Aufgrund der gemeinsamen Arbeit mit der Hilfsorganisation Munich Kyiv Queer in den vergangenen Jahren habe ich viele Freundschaften in München geschlossen und hier schnell Fuß gefasst. Jetzt kann ich endlich wieder das tun, was ich schon immer tun wollte.“ Und die Mitglieder ihres Chors? „Sie leben alle noch in der Ukraine. Die Männer dürfen ja das Land nicht verlassen.“ Und auch den Frauen falle es schwer, alles hinter sich zu lassen. „Wer sein Leben retten will, muss in Kauf nehmen, alles zu verlieren.“

„Ich kann endlich wieder das tun, was ich schon immer tun wollte.“

Als Olha anschließend auf der Bühne des Monaccord Festivals von einer Freundin erzählt, die beinahe bei einem Bombenangriff gestorben wäre, kann sie ihre Tränen nicht mehr zurückhalten. Und vielen im Publikum geht es genauso. Doch in Erinnerung bleibt ihnen auch Olha als souveräne Dirigentin, die wenige Augenblicke zuvor noch mit dem Rainbow Sound Orchestra Munich und den Regenbogenchor München das Werk „Ne hovay ochey“ (auf Deutsch „Sieh nicht weg“) der ukrainischen Sängerin und Komponistin Irina Bilyk präsentiert hat. Da ist sie ganz in ihrem Element und Musik kann dabei helfen, ein kleines bisschen Frieden zu stiften.