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3 Fragen an Jazzpianistin Aki Takase

Die Klavier-Virtuosin Aki Takase wurde am 5. November mit dem Albert-Mangelsdorff-Preis 2021 geehrt. Die in Japan geborene und in Berlin lebende Künstlerin erhielt die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihr Lebenswerk. In unserem Interview spricht die 48-Jährige über ihre große Liebe zum Jazz und warum sie es manchmal hasst, zu üben.


Wenn Sie mit jungen Jazzern spielen: Wie gehen die jungen Musiker und Musikerinnen mit den Traditionen um?

Aki Takase: Wegweisende Künstler prägen auch die heutigen jungen Jazzer. Das ist auch gut so. Denn ich denke, dass wir viel von den Traditionen des Jazz lernen können. Ohnehin ist gute Musik zeitlos, egal ob Jazz-Tradition oder Avantgarde. Und die Dinge ändern sich: Früher galt Duke Ellington als Avantgardist, heute zählt man ihn zu den Traditionalisten.

So mancher Musikkonsument bezeichnet Free-Jazz als musikalisches Chaos – was antworten Sie darauf?

Takase: Das ist nur ein Vorurteil. In der Struktur gibt es die Freiheit der Improvisation. Wie Evan Parker sagt: „All Jazz ist Free!“ Jeder richtige Jazz ist also frei und in ständiger Entwicklung. Außerdem bildet für jede Improvisation eine Komposition die Basis – Improvisation ist deshalb nichts anderes als eine verdichtete Improvisation.

Wie viel üben Sie? Oder anders gefragt: üben Sie überhaupt noch?

Takase: Ich übe nicht sehr viel, aber ich liebe es, am Klavier zu sitzen, um nach Ideen zu suchen oder um etwas auszuprobieren oder einfach um über Musik nachzudenken. Das könnte ich den ganzen Tag machen. Was mir auch noch große Freude bereitet, ist das Proben mit anderen Musikern. Aber Üben? Ich gebe es zu: Das hasse ich.

 

Das gesamte Interview finden Sie ab Mitte Dezember 2021 in der neuen Ausgabe der virtuos.

Newsmeldung zur Preisverleihung und Link zum Konzert der Preisträgerin