Verteilung YouTube - GEMA

Verteilung YouTube

YouTube-Einnahmen erfordern neue Verteilungsregelung – Ausschüttung erfolgt im Jahr 2018

Der Vertragsabschluss zwischen der GEMA und der weltweit reichweiten-stärksten Online-Plattform YouTube markierte einen Meilenstein: Die rund 70.000 Mitglieder der GEMA erhalten für die Nutzung ihrer urheberrechtlich geschützten Werke über YouTube Deutschland eine Vergütung. Die Vereinbarung vom 01. November vergangenen Jahres deckt den bis dahin vertragslosen Zeitraum von 2009 bis Oktober 2016 ab und wurde daran anschließend für eine Laufzeit von zweieinhalb Jahren abgeschlossen. Unmittelbar nach der Einigung hat der Aufsichtsrat der GEMA gemeinsam mit internen Fachexperten eine Arbeitsgruppe gebildet. Ziel ist es, eine sachgerechte und willkürfreie Verteilung der Einnahmen sowohl für den Zeitraum von April 2009 bis Oktober 2016 als auch für die Zukunft zu ermöglichen.

Die Arbeitsgruppe hat sich zunächst mit den Voraussetzungen für eine Verteilung auseinandergesetzt und das vorliegende Datenmaterial analysiert. Das Ergebnis ist eindeutig: Der Sachverhalt weist so spezifische Parameter auf, dass eine sachgerechte Verteilung der über die Online-Plattform YouTube erzielten Einnahmen mit den aktuell geltenden Verteilungsplanbestimmungen der GEMA nicht möglich ist.

Daher wurden von der Mitgliederversammlung 2017 Aufsichtsrat und Vorstand der GEMA damit beauftragt, einen Vorschlag für die Verteilung der YouTube-Lizenzeinnahmen des Zeitraums April 2009 bis Oktober 2016 sowie einen  Regelungsvorschlag für die Verteilung künftiger Einnahmen aus den Lizenzverträgen mit YouTube oder vergleichbaren Online-Plattformen zu erarbeiten.

Dieser Vorschlag (Antrag 20) soll in der Mitgliederversammlung 2018 (15.-17. Mai 2018) zur Abstimmung gestellt und bei Zustimmung in der Ausschüttungspraxis umgesetzt werden. Das bedeutet, dass die Verteilung der Einnahmen aus dem Lizenzvertrag mit YouTube im Jahr 2018 realisiert wird.

Die zu erarbeitenden Vorschläge für eine Verteilung der Einnahmen aus dem Lizenzvertrag mit YouTube müssen Lösungen für folgende Sachverhalte liefern:
 

  1. Alternativer Ansatz zur Direktverteilung: Weder die Quantität noch die Qualität der von YouTube übermittelten Nutzungsdaten für den Zeitraum bis Ende 2016 reichen aus, um eine Direktverteilung der Einnahmen vorzunehmen. Eine Direktverteilung bedeutet, dass die Einnahmen für konkrete Musiknutzungen abzüglich der Kosten und sonstiger Abzüge direkt auf die jeweils genutzten Werke verteilt werden. Eine Direktverteilung ist nur möglich, wenn feststeht, welche Vergütung konkret auf jede einzelne Nutzung entfällt. Dies ist vorliegend nicht möglich, da YouTube für die Vergangenheit eine Pauschalvergütung geleistet hat.
  2. Neue Vorgaben für die Zuschlagsverteilung: Sind die erforderlichen Voraussetzungen für eine Direktverteilung nicht gegeben, sieht der aktuelle Verteilungsplan für die Einnahmen aus der Onlinenutzung von reinen Musikwerken (einschließlich Musikvideos) eine Verteilung als prozentualem Zuschlag in den Sparten des Nutzungsbereichs MOD (Music-On-Demand) vor.  Im Nutzungsbereich VOD (Video-On-Demand) werden die nicht direkt zu verteilenden Einnahmen unter gewissen Voraussetzungen als prozentualer Zuschlag zu den VOD-Sparten verteilt oder ansonsten als Zuschlag zugunsten der Sparten des Nutzungsbereichs Fernsehen und der Sparte BT VR (Bildtonträger) verteilt. Das auf YouTube und anderen Online-Plattformen zur Verfügung gestellte Repertoire ist jedoch wesentlich breiter gefächert. Daher würde eine solche Zuschlagsverteilung  den tatsächlichen Sachverhalt  nicht richtig widerspiegeln. Hier muss eine neue Verteilungslösung erarbeitet werden.
  3. Neuregelungen für "Gemischte Nutzungen": YouTube und andere vergleichbare Online-Plattformen umfassen eine Vielzahl unterschiedlicher Nutzungen, die sich nicht eindeutig den Bereichen MOD oder VOD zuordnen lassen. Der aktuelle Verteilungsplan sieht für diese immer häufiger auftretenden, sogenannten “gemischten“ Nutzungen von Musik auf Online-Plattformen bisher keine adäquate Verteilungsregelung vor. Auch deshalb ist eine Neuregelung notwendig, die die Verteilung von Einnahmen aus "gemischten“ Inhalten angemessen festlegt.

Kontakt

Jederzeit sind die Mitglieder eingeladen, ihre Interessen und Wünsche für den Anpassungsbedarf des Verteilungsplans im Hinblick auf YouTube und andere vergleichbare Online-Plattformen einzubringen. Dafür steht ab sofort die Mailadresse verteilung-youtube@gema.de zur Verfügung.

Fragen und Antworten zum Download

FAQ zum Antrag 20 der Tagesordnung der MGV 2018 (aktualisiert am 11.Mai 2018)